KEINE MACHT DEN DOOFEN

Was ich schon immer mal loswerden wollte

  1. Einleitung

  2. Der "Rechtsstaat"

  3. Arbeitslosigkeit

  4. Gleichberechtigung

  5. Religion

  6. Politiker

Gleichberechtigung

Auf dieser Seite:

Informationen

zurück zur Übersicht

christlich-konservatives Frauenbild

Man sollte sich in diesem Zusammenhang klar machen, wie diese "Tradition", diese "Werte" aussehen. Gegen den Widerstand der CDU wurde erst 1998 – ja, auch im fortschrittlichen Deutschland war nicht schon sofort nach 1945 alles eitel Sonnenschein – die juristische Verharmlosung der Vergewaltigung in der Ehe abgeschafft. Bis zum Schluss haben die familienliebenden Vergewaltigerfreunde aus der Union mit harten Bandagen für ihre Klientel gekämpft: Nach ihren Vorstellungen, dem Gesetzentwurf der Regierung(!), sollte die Frau eine Widerspruchsklausel bekommen, so dass der Vergewaltiger sich der Strafverfolgung hätte entziehen können, wenn er nur sein Opfer hinreichend unter Druck setzen kann. Auf was für Ideen charakterlich grundverdorbene Menschen so kommen können...

Siehe dazu:

Historisches

Rechtslage in der spanischen Diktatur bis 1975

Artikel bei SPIEGEL ONLINE vom 26. Oktober 2006 (Auszug aus Thea Dorns Buch Die F-Klasse) — Während der spanischen Diktatur hatten Männer das Recht, sich den Arbeitslohn ihrer Frau auf ihr eigenes Konto überweisen zu lassen; ohne ihre Zustimmung konnte die Frau keinen Pass beantragen. Ehebruch konnte bei Frauen mit Freiheitsentzug bestraft werden; Männer gingen straffrei aus.

Rechtslage in Deutschland bis 1976

Bis 1976 bestimmte § 1356 BGB,

  1. dass Frauen den Haushalt in eigener Verantwortung zu führen hätten

  2. dass Frauen nur dann erwerbstätig sein dürften, wenn dies mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar sei

  3. dass der Ehemann gem. § 1358 unter Einschaltung des Vormundschaftsgerichts das Arbeitsverhältnis seiner Frau ohne Frist kündigen könne.

aktuelle Zahlen (März 2007)

Artikel bei SPIEGEL ONLINE vom 07. März 2007

Grundsätzliches (von mir)

zurück zur Übersicht

Ich bin vor einiger Zeit durch ein glückliches Erlebnis ziemlich eingenordet worden, was das Thema Gleichberechtigung angeht. Vor allem ist mir aufgefallen, dass einem sehr viele, wahrscheinlich die meisten problematischen gesellschaftlichen Aspekte gar nicht auffallen, wenn man dafür nicht mal sensibilisiert wurde.

Das deutsche Grundgesetz scheint in diesem Punkt eindeutig: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. (Artikel 3, Absatz 2)

Der Teufel steckt wie immer im Detail. Die spannende Frage ist, wie sich "Gleichberechtigung" darstellt. Das Problem steckt schon im Wort: Recht ist natürlich nicht Pflicht, und so kann man real zu beobachtende Ungleichheiten natürlich prima damit begründen, dass die Menschen (insbesondere die Frauen) sich aus freien Stücken dazu entschieden hätten. In dieser Diktion steckt dann praktischerweise auch gleich die Mahnung an den Staat, nicht ins Leben seiner freien Bürger hineinzuregieren, also reale Unterschiede nicht per se als Handlungsanlass zu nehmen. Das ist die Ansicht der CDU, wie bei der Elterngelddiskussion mal wieder deutlich wird. Um sich ein erstes fundiertes Vorurteil über die wahre Intention dieser Leute zu verschaffen, muss man sich nur das "C" zu Gemüte führen und sich das Frauenbild der Kirche vergegenwärtigen, insbesondere der katholischen.

unnötige Abartigkeiten in diesem Zusammenhang

Natürlich ist es schwer, festzulegen, was das eine richtige Verständnis von Gleichberechtigung sein soll. Das andere Extrem kann man in der Gleichstellung sehen. Man macht die beobachtbare Realität einfach gleich, ohne Rücksicht auf die äußeren Umstände. Das gipfelt dann in der Schwachsinnsquotierung, für die die grünen Hardliner sich so toll finden: Ein Wahlverfahren, dass Frauen massiv und ohne jeden Grund über Gebühr bevorzugt. Bei denen ist es – ideologisch – nicht mal möglich, diesen Wahnsinn auf ein vernünftiges Maß zurückzufahren. Ein Wahlverfahren, dass immer noch garantiert, dass die Hälfte der Plätze von Frauen belegt werden, gilt dort als Sägen am Stuhl der Gleichberechtigung. Deppen werden die Emanzipation sicher nicht voranbringen. Dort werden sogar Rednerlisten quotiert. Wenn zu einer Veranstaltung nur 20% Frauen kommen, stellen sie dennoch die Hälfte der Redner. Wahrscheinlich trägt man so dem Umstand Rechnung, dass die patriachalische Gesellschaft es den Frauen bewusst schwer macht, sich ausgerechnet bei den Grünen zu engagieren oder wenigstens einer Einladung zu folgen. Da hat der Wahnsinn dann gleich Methode.

Ich empfehle, sich zu überlegen, welche geschlechtsbezogenen Unterschiede man für unüberwindlich (oder definitiv gleichberechtigungsirrelevant) hält, und dann so lange eingreift, wie die Realität Unterschiede aufweist, die darüber hinausgehen. Hierbei kommt es wesentlich darauf an, nicht Ursache und Wirkung zu verwechseln. Wenn etwa Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert sind, heißt das eben nicht automatisch, dass Frauen dafür weniger geeignet oder daran prinzipiell weniger interessiert sind. Es kann eben auch heißen, dass die Gesellschaft die Frauen in eine Richtung lenkt, die sie von Führungspositionen fern hält. Das fängt bei der Sozialisierung an, dem Lebensbild der Menschen, das den Kindern vermittelt wird. Das CDU-Ideal der sorgenden Hausfrau (ohne eigenes Einkommen) wird bei der Durchschnittstochter wohl kaum den Wunsch nach einem 60-Stunden-Job als Führungskraft auslösen. Den Frauen wird vermittelt, dass letztlich sie sich um die Kinder zu kümmern haben, vielleicht ist deren (biologische) Veranlagung auch höher. Aber selbst wenn das so sein sollte, kann es nicht sein, dass die Männer diesen Umstand zugunsten ihrer eigenen Karriere ausnutzen.

Ich behaupte, es gibt keinen Grund, warum Frauen weniger berufstätig sein sollten als Männer. Volkswirtschaftlich ist es wahrscheinlich sogar ein Desaster, den Frauen die Entfaltung ihres Potentials derart zu erschweren. Hier liegt ein potentieller Wettbewerbsvorteil der politisch diesbezüglich schon weiten EU. Wenn das Verhältnis in den Führungspositionen mal bei 60:40 angekommen sollte, wäre es sicher wenig sinnvoll, daraus mit aller Gewalt 50:50 machen zu wollen, aber in der Situation hätten sich sowohl die politische als auch die wirtschaftliche Notwendigkeit erledigt. Bis dahin muss man aber fragen, warum der Lebensweg der Frauen so verläuft wie bisher und an Problemstellen (v.a. Kinderbetreuung) eingreifen.

Nebeneffekt Kinderlosigkeit bei Akademikerinnen?

Leider ist zu beobachten, dass beruflich erfolgreiche Frauen deutlich weniger und später Kinder bekommen. Kinder später zu bekommen ist bevölkerungsmathematisch übrigens (zumindest weitgehend) äquivalent dazu, weniger Kinder zu bekommen. Es ist bekannt, dass der Bildungsgrad der Kinder stark mit dem der Mutter korreliert ist. Man könnte also sagen, in Deutschland bekommen zur Zeit die falschen Leute die Kinder. Jedenfalls ist die gesellschaftsschichtliche Verschiebung des "Kinderaufkommens" genauso ein Problem wie die Reduktion insgesamt. Eine gute Kinderbetreuung ist sicher wichtig, um diesen Trends entgegenzuwirken. Ob sie ausreicht, sei mal dahingestellt.

Fairerweise muss auch bei der Betrachtung der Bildungsaussichten der Kinder unterprivilegierter Eltern gefragt differenziert werden, welchen Anteil am Ergebnis die Eltern haben und welchen das System. Intelligenz scheint alles in allem wenig erblich zu sein. Mit anderen Worten: Gelänge es, dafür zu sorgen, dass das Kind eines arbeitslosen Arbeiters annähernd dieselben Aussichten hat wie das eines Professors – oder einer Professorin ;-) – dann könnte einem auch egal sein, wer die Kinder bekommt. Ich traue allerdings dem Staat die Lösung des Problems viel weniger zu als den kinderlosen, kinderarmen Bildungsbürgern.

Beziehungsgewalt

April 2007 — 32 Tote an einer TU in den USA, weil jemand eifersüchtig (und die Polizei unfassbar dämlich) war. Das bringt mich zu der Frage, ob es eigentlich ein männliches Privileg ist, seinem Ärger durch massive Gewalt Luft zu machen. Wie viele Frauen bringen aus Eifersucht oder ähnlichen Charakterstörungen ihren Partner um? Passiert das wirklich nie, oder berichtet die Presse bloß nicht darüber (was mich wundern sollte)?

Ich bin psychologisch nicht bewandert, aber vielleicht könnte man einen Teil dieser Taten verhindern, wenn dieses Problem stärker thematisiert würde.

Gefahr im Straßenverkehr

Neulich las ich, dass die größte Korrelation zu Raserei im Straßenverkehr nicht bei der Art des Fahrzeugs, sondern Geschlecht und Alter des Fahrers bestehe. Zahlen dazu habe ich nicht. Aber nicht ohne Grund wird ein absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger gefordert. Und wenn man ehrlich ist: Kritisches Verhalten im Straßenverkehr ist etwas, das man sich im Sinne von Spaß dabei in erster Linie bei Männern vorstellen kann (vielleicht ändert die Emanzipation das ja mal...).

Ein Denkanstoß (so was sagt sich natürlich leicht für jemanden, der nicht mehr betroffen ist, klar): Wenn es wirklich so sein sollte, dass junge, männliche Autofahrer die Problemgruppe schlechthin sind, und das mit deutlichem Abstand, dann ist es vielleicht hilfreich, Männern die Fahrerlaubnis erst ein Jahr später zu erteilen als Frauen. Schade für die Vernünftigen, aber das Problem gibt es bei jeder Altersgrenze. Damit könnte man zwei wünschenswerte Effekte erzielen:

  1. Der Straßenverkehr würde sicherer (und – für die (Auto- wie Kranken-)Versicherer – billiger).

  2. Dadurch, dass die Problematik Männer und verantwortungsbewusstes Autofahren permanent im Bewusstsein der Betroffenen wäre, wäre dieses Verhalten vermutlich weitaus weniger "cool" oder wenigstens geduldet als bisher.

Deppenverteilung in Film und Fernsehen

Die folgende Einschätzung von mir ist nicht durch systematisch erhobene Daten gestützt, sondern ein subjektiver Eindruck, der also durch eine verzerrte Wahrnehmung entstanden sein kann. Ich halte es für wünschenswert, dass diese Frage mal professionell untersucht wird.

Es gibt In Kino- und Fernsehfilmen (damit meine ich nicht "hohe Filmkultur", sondern erfolgreiche Werke, die die Kultur entsprechend stark prägen) sowie Serien immer mal wieder Szenen, in denen einer der Charaktere sich so abgrundtief bekloppt verhält, dass es beim Zuschauer geradezu körperliche Schmerzen verursacht. Ich habe den Eindruck, dass es sich dabei ganz überwiegend um Frauen und Schwarze handelt. Von den zweifellos vorhandenen Gegenbeispielen muss man dann noch diejenigen abziehen, in denen die genannten Gruppen dramaturgisch nicht für die fragliche Handlung oder Äußerung in Frage kamen.

Beispiele

Wie das so ist: Wenn man sich erinnern will, fällt einem nur wenig ein. Ich werde versuchen diese Liste zu erweitern, wann immer mir etwas Entsprechendes auf- oder wiedereinfällt

  1. Knowing

    Die Tochter der "Prophetin", die aus Beklopptheit den Sohn des Hauptcharakters entführt und dabei zu Tode kommt. Die wird auch vorher (beim Kennenlernen und ihrer "Beichte", alle Prophezeihungen als zutreffend gekannt und trotzdem nicht ernst genommen zu haben) schon als komplett blöd dargestellt.

  2. Deep Impact

    die Journalistin, Jenny Lerner, speziell in der Pressekonferenz

  3. Lost (Serie)

    der Schwarze; geriert sich wie ein Bekloppter, erschießt quasi grundlos Leute

  4. Der Baader Meinhof Komplex

    eine (unwichtige) Terroristin hantiert mit einer Waffe in einer Wohnung und erschießt dabei beinahe den Hauptcharakter (dies könnte rein theoretisch natürlich auch authentisch sein...)

  5. Eiskalte Engel

    Der Showdown basiert darauf, dass eine junge Frau (Reese Witherspoon) vom Bürgersteig auf eine viel befahrene Straße fällt, ohne sich ernsthaft zu verletzen. Aber sie hält es offenbar nicht für nötig, schnell genug von der Straße zu verschwinden, um nicht überfahren zu werden. Also muss heldenhaft ein junger Mann auf die Straße springen, um sie beiseite zu schubsen. Er selber stirbt dabei.

Ausgleich beruflicher Nachteile durch das Schwangerschafts- und Kinderbetreuungsrisiko

Es wird oft kritisiert, dass Frauen bei etwa gleicher Qualifikation deutlich schlechtere berufliche Perspektiven haben. Das soll weniger an bösem Willen der Arbeitgeber liegen als vielmehr an deren nüchterner Kalkulation, dass eine Frau wegen ihres Risikos, durch Schwangerschaft und (insbesondere bei Alleinerziehenden ohne z.B. familiäre Rückendeckung) Erkrankung eines Kindes ausfällt und dadurch (Ausfall einer qualifizierten Kraft, Ersatzproblem, Weiterbeschäftigungspflicht).

Dies ist zunächst mal ein wirtschaftliches Problem, dass sich leicht bürokratisch lösen lassen sollte (der Lieblingsweg der Deutschen); an die Moral der Arbeitgeber zu appellieren und zu erwarten, dass das das Problem löst, ist lächerlich. Wer das tut, will das Problem vermutlich gar nicht lösen, sondern nur politische Schwarzer-Peter-Spielchen treiben.

Es mag nicht immer einfach sein, aber grundsätzlich sollte es möglich sein, halbwegs objektiv die wirtschaftlichen Nachteile zu ermitteln. Die Lösung wäre also eine Abgabe, die die (konkret anfallenden) Kosten der Arbeitgeber ausgleicht, so dass es keinen Unterschied mehr macht, ob ein Mann oder eine Frau eingestellt wird. Die Beiträge dafür wären sehr niedrig, weil Schwangerschaften selten auftreten und die Ausfälle durch Kinderbetreuung auch nur gelegentlich sind.

Ein nachrangiges Problem mag sein, dass diese Kosten nicht einheitlich sind. Besonders ärgerlich wäre das dann, wenn dies keiner festen Systematik folgt. Wenn sich etwa systematische branchenspezifische Unterschiede in den Kosten ergeben, stellt sich die Frage, ob der Staat auf diese Weise dafür sorgen muss, dass die Unterschiede in allen Branchen ausgeglichen werden, oder ob es politisch hinnehmbar ist, dass Frauen in manchen Branchen über- und in anderen unterrepräsentiert sind. Sollten die Kosten dagegen von Betrieb zu Betrieb stark schwanken, ohne dass man dies mit vertretbarem Aufwand objektiv erfassen kann, dann hätte man den unerfreulichen Effekt, dass die Betriebe mit höheren Kosten immer noch nicht unterschiedslos Frauen einstellen, die mit geringeren aber überdurchschnittlich oft. Man mag das natürlich auch als Ausgleich akzeptieren.

Ein scheinbares Problem ist die Höhe des Gehalts. Je höher eine Position dotiert ist, desto höher sind die mit der Einstellung einer Frau verbundenen statistischen Kosten. Natürlich könnte man die Ausgleichszahlungen dem Gehalt anpassen. Das ist insofern nicht ungerecht, als die Niedrigverdiener damit nicht die Gutverdiener subventionieren – jedenfalls so lange nicht, wie die Kosten proportional zum Gehalt sind. Da nicht alle Kosten proportional zum Gehalt sind und Frauen dort überrepräsentiert sind, wird man die Gruppe der Geringverdiener durch die Einnahmen aus anderen Gruppen "subventionieren" müssen. Je weniger Frauen in einer Gehaltsklasse tätig sind, desto mehr Einnahmen werden in dieser Klasse erzielt, die nicht von ihren eigenen Frauen aufgebraucht werden.

Bekämpfung beruflicher Nachteile durch Öffentlichkeit

09.02.2010

Manches regelt der Markt besser als die Politik, oder wenigstens ist die Kombination aus beidem am effektivsten.

Es ist vermutlich ein Ärgernis für Frauen, dass sie oftmals schlecht einschätzen können, wie es in einem Unternehmen, bei dem sie sich bewerben wollen, um die berufliche Gleichstellung von Frauen (mit Kindern) bestellt ist. Dass es nicht für alle in Frage kommt, sich nur bei vorbildlichen Unternehmen zu bewerben, steht auf einem anderen Blatt. Inzwischen ist zudem vielen Konsumenten nicht mehr egal, unter welchen Umständen die von ihnen gekauften Produkte hergestellt wurden (extremes Beispiel: Kinderarbeit bei Textilien).

Deutsche Unternehmen (ab einer bestimmten Mitarbeiterzahl, unterhalb derer diese Information unergiebig wäre) könnten gesetzlich gezwungen werden, den Anteil der Frauen (jeweils mit und ohne Kinder) in den einzelnen Gehaltsgruppen anzugeben. Ich will mich hier gar nicht auf die technischen Details festlegen; wichtig ist allein das Ergebnis: Aus den veröffentlichungspflichtigen Angaben soll leicht zu entnehmen sein, ob in dem Unternehmen unterdurchschnittlich wenige Frauen mit Kind arbeiten und ob deren Anteil mit der Bezahlung der Tätigkeit abnimmt, also solche Frauen karrieretechnisch benachteiligt sind.

Diese Information hätte meines Erachtens mehrere Folgen:

  1. Das Unternehmen würde womöglich selber erst auf das Ausmaß des Problems im eigenen Haus aufmerksam. Dass das nicht selbstverständlich ist, lässt der Umstand erahnen, dass das Bundesfamilienministerium kostenlos eine entsprechende Software mit zugehöriger Beratung anbietet.

  2. Auf Frauen mit Kindern eingestellte Unternehmen profitieren davon, dass zumindest Frauen sich bevorzugt bei ihnen bewerben, sie also durch die bessere Auswahl einen Wettbewerbsvorteil erlangen (und das ohne Mehrkosten für die Unternehmen, die heute schon frauenfreundlich sind).

  3. Vorbildliche Unternehmen würden wahrscheinlich mit ihrem Status werben; besonders diejenigen, deren Produkte hauptsächlich Frauen als Zielgruppe haben.

  4. Für politische Aktivisten wäre das Problem greifbarer.

kein reines Frauenproblem

zurück zur Übersicht

Mit ähnlichen, auch strukturellen und kulturell bedingten Problemen wie die meisten Frauen haben auch Angehörige bestimmter gesellschaftlicher Gruppen zu kämpfen, etwa Homosexuelle.

schändliche Kinderbücher

Ein paar Bescheuerte glauben anscheinend immer noch, dass man einem Menschen seine sexuelle Orientierung anerziehen kann. Was man einem Menschen, vor allem einem jungen, aber sehr wohl anerziehen kann, ist Toleranz. Aber davor haben die radikalen Hetzprediger aller Art vermutlich richtig viel Angst; schließlich lassen sich tolerante Menschen kaum vor ihren Karren spannen. Dieser Bedrohung wird nun in den USA wie auch in Großbritannien entschlossen entgegengetreten (Artikel bei SPIEGEL ONLINE vom 13. März 2007).

die deutschen Ego-Morde

01.05.2007 – Ich habe dazu keine Statistik parat, aber ich bin doch irritiert, gelegentlich von Fällen zu lesen, dass irgendwelche deutschen Männer ihre (meist Ex-)Partnerin und womöglich noch die Kinder und anschließend sich selbst umbringen. Vielleicht ist auch die absolute Häufigkeit solcher Vorkommnisse bezogen auf die Größe bzw. Einwohnerzahl Deutschlands kein Grund zur Beunruhigung, aber auffällig ist schon, dass ich das nie umgekehrt mitbekomme.

Was dem Teppichflieger sein Ehrenmord, das ist dem Deutschen sein "Ego-Mord"? Wie soll man das nennen...

Der wesentliche Unterschied ist, dass diese Verbrechen das soziale Leben nicht beeinflussen, weil sie nicht aus einer kulturellen Duldung heraus entstehen. Eine Deutsche muss nicht damit rechnen, dass ihr etwas angetan wird, wenn sie sich "vermeintlich unbotsmäßig" verhält. Das Risiko, Opfer eines anderen Verbrechens zu werden, dürfte deutlich höher sein. Wohlgemerkt das Risiko im Fall einer Trennung (oder was immer das typische auslösende Element sein mag, wenn es das denn gibt). Man muss natürlich unterscheiden zwischen dem praktischen und dem statistischen Risiko. Bei den Deutschen sind die beiden annähernd gleich. Bei einer Türkin aus rückständiger Familie ist das praktische Risiko extrem höher als das statistische, das nur deshalb so gering ist, weil ersteres das auslösende Verhalten unterbindet.

Dennoch muss man sich fragen, ob in der Volksseele diesbezüglich irgendwas falsch läuft. Muss man mit den Kindern mal darüber reden, dass man Leute nicht umbringt, nur weil man sauer auf sie ist? Und woher rührt diese geschlechterbezogene Ungleichheit der Täterverteilung?

Ein extremes Beispiel

Nicht jeder, der sich toll findet, nützt auch der richtigen Sache

Artikel bei taz online vom 07. Mai 2007 — Wenn die taz schon von einer Allianz der Heuchler spricht... Nach Protesten von Klerus und Emma darf ein schwulesbisches Kulturfestival nicht im Puff stattfinden.

interessante Artikel

zurück zur Übersicht

Warum man Frauen Bildung nicht vorenthalten sollte

Artikel bei SPIEGEL ONLINE vom 04. Juni 2007 — Schon hart, wenn man seiner Gesellschaft hundert Jahre voraus ist. Das haben auch zu früheren Zeiten nicht alle ertragen. Falls die Funktionäre der Roma und Sinti hierzulande noch mal wissen wollen, warum sie nicht bei allen den besten Ruf haben, dann mag dies hier als Teil der Antwort taugen.

Studie: Berufstätigkeit lohnt sich für Frauen, insbesondere junge Mütter nicht

Artikel bei SPIEGEL ONLINE vom 03. Juni 2007

junge deutsche Frauen optimistisch, Männer pessimistisch

Artikel bei SPIEGEL ONLINE vom 28. Mai 2007 — Eine Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Zukunftswahrnehmungen von männlichen und weiblichen Abiturienten in Deutschland erheblich unterscheiden.

Frauen studieren besser

Artikel bei SPIEGEL ONLINE vom 22. Mai 2007 — Die Frauen haben nun auch an den Hochschulen die Männer überholt, aber ohne dass sich das bisher erkennbar im beruflichen Erfolg niederschlägt.

gesundheitliche Folgen von Mutterschaft und Berufstätigkeit

In medizinischen Fragen werden wir immer wieder überrascht. Was gut oder schlecht für den menschlichen Körper ist, deckt sich oft nicht mit dem "gesunden Menschenverstand". Britische Forscher haben in einer Langzeitstudie (veröffentlicht im Journal of Epidemiology and Community Health) fast 1200 Frauen untersucht und dabei ihre gesundheitliche Entwicklung sowie ihren familiären und beruflichen Lebensweg erfasst.

Das wohl für nicht wenige überraschende Ergebnis: Der Auswertung dieser Daten zufolge waren jene Teilnehmerinnen am zufriedensten mit ihrer Gesundheit, die in ihrem Leben sowohl die Rolle der Partnerin als auch der Mutter und der Berufstätigen ausgefüllt hatten. (Artikel bei SPIEGEL ONLINE vom 16. Mai 2006)