Vorschlag für Video-Lernmaterialien
Version 1.0/4.5.2, 08.03.2026
Nebenziele, positive Nebeneffekte, weitere Betroffene
Eine LUG kann mit überschaubarem Aufwand (insbesondere für die einzelnen Beteiligten) einen erheblichen dauerhaften Wert für die Linux-Community, insbesondere Linux-Neulinge schaffen, indem sie eine umfangreiche Sammlung (v.a. sehr kurzer) von Videos veröffentlicht, die jeweils ein grundlegendes Linux-Thema oder Linux-Kommando behandeln.
Youtube ist voll von Videos zu Linux-Themen über ein breites Spektrum an Komplexität und Anspruch. Hier geht es primär um Anfängerwissen, also Videos zu Themen, mit denen so ziemlich jeder auf der Linux-Konsole zu tun hat, z. B.:
ls
cp
mv
rm
Shell-Globbing
Dateisystem-Rechte
So erfreulich es ist, dass Leute auf Youtube u.Ä. Informationen zu Linux bereitstellen, der status quo hat mehrere Nachteile, u.a.:
Die meisten dieser Videos enthalten Fehler; manche enthalten viele Fehler.
Die Ersteller dieser Videos decken ein Thema oder wenige Themen ab. Es gibt keine Anlaufstelle mit Videos zu vielen Themen.
Man hat nicht leicht und systematisch Zugriff auf Videos unterschiedlicher Länge und mit unterschiedlichem Anspruch zum selben Thema.
Nicht alle Videos sind gut strukturiert und optisch gut gemacht.
Viele Videos haben nicht für alle relevanten Fälle Beispiele, was aus Sicht der Ersteller nachvollziehbar ist (da es ein Video in die Länge ziehen würde und für viele Zuschauer nicht interessant wäre), für zumindest einen Teil der Anfänger (bzw. sogar der Zuschauer allgemein) ärgerlich ist. Beispielvideos sollten am leichtesten zu erstellen sein; diese Trennung schafft merklichen Mehrwert bei geringem Mehraufwand. Gegenüber dem Lesen einer man page (o.Ä.) dürfte ein Video mit vielen Beispielen einerseits Missverständnisse vermeiden und andererseits mehr Interesse an bestimmten Funktionen eines Kommandos wecken.
Man hätte eine intensive Verlinkung der Videos untereinander, wodurch man die Doppelung von Informationen gut vermeiden kann.
Die Informationen stehen womöglich nicht oder nicht leicht auffindbar in der gewünschten Sprache zur Verfügung.
Viele grundlegende Informationen sind quasi zeitlos, aber man hat nicht die Gewissheit, dass die Videos dauerhaft gepflegt und ggf. aktualisiert werden.
Insgesamt ist die Situation in vielerlei Hinsicht sehr zufällig, wenn Videos von Einzelpersonen erstellt werden.
Man darf nicht davon ausgehen, dass die Nachfrage systematisch bedient wird.
Es fehlt so etwas wie eine Video-Version von Wikipedia für Linux-Anfängerwissen:
Die Information ist leicht zu konsumieren.
Jeder ist damit vertraut.
Die Qualität ist hoch.
Man findet dort quasi alles.
Vielsprachig.
Informationen werden von unterschiedlichen Leuten eingebracht und später gepflegt.
Eine Linux User Group dürfte eine gute Umgebung sein, um eine umfangreiche Sammlung solcher Videos zu erstellen und dauerhaft zu pflegen:
Es sind Experten vorhanden, die die technische Qualität sicherstellen können.
Es sind Leute vorhanden, die noch den Blick von Anfängern haben und deshalb gut einschätzen können, welche Informationen für Anfänger relevant sind und wie diese aufbereitet werden sollten.
Es gibt Leute mit unterschiedlichen technischen Fähigkeiten und künstlerischen Talenten, so dass man nicht nur bessere Gesamtergebnisse erwarten darf, sondern Lernmaterialien, die in jeder Hinsicht besser sind als die meisten vorhandenen Videos.
Wechselnde Leute könnten dieses langfristige Projekt betreuen und Helfer und Inhalte koordinieren:
Prioritäten für neue Inhalte festlegen.
Vorhandenes Material umfangreich sichten, gute Aspekte übernehmen, Fehler anderer vermeiden.
Einheitliche Struktur und Stil der Videos sicherstellen.
Regelmäßige (jährliche) Überprüfungen / Überarbeitungen veranlassen.
Übersetzer und Sprecher für andere Sprachversionen finden.
Ansprechpartner für die Öffentlichkeit sein (Hinweise auf Fehler, Wünsche für zusätzliche Lernmaterialien).
Wenn so ein Projekt erfolgreich ist und Bekanntheit unter kompetenten Linuxern erlangt, mag das Ergebnis sein, dass man mit Hilfe vieler Helfer von außerhalb der LUG das Angebot über den Bereich von allgemein relevanten Basisinformationen hinaus ausweiten könnte – wenn man das denn möchte. Die Gründe für Externe, sich dort einzubringen, wären z. B.
Es ist dramatisch einfacher, nur einen Teil des Prozesses der Erstellung eines Videos zu übernehmen (und auch das nicht alleine machen zu müssen), als alles selber zu machen. Man erreicht also viel mehr Leute (die gewillt und geeignet sind, etwas beizutragen).
Hilfe bei der Erstellung des Videos
eine Vorlage in Struktur und Stil, an der man sich orientieren kann
Feedback von diesbezüglich kompetenten Leuten vor der Veröffentlichung
höhere Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Sprachversionen
die dauerhafte Betreuung veröffentlicher Inhalte hängt nicht nur an einer Person
größere Reichweite durch Veröffentlichung an bekannter Stelle
Leute, die Linux-Informationsveranstaltungen oder Installationshilfe-Veranstaltungen durchführen, könnten eine Playlist irgendwo in einer Ecke laufen lassen, um einerseits mit minimalem Aufwand interessante Inhalte für Linux-Anfänger bereitzustellen und andererseits Aufmerksamkeit auf diese für Anfänger nützliche Informationsquelle zu lenken.
Es wäre zu überlegen, ob man das in demselben Kanal macht, aber eine starke Videopräsenz durch Lernmaterialien hätte wohl mehr oder weniger automatisch zur Folge, dass völlig andere Aktivitäten der LUG mit Videos angekündigt oder dokumentiert würden.
Die Basis aller Videos sollte eine Webseite zu dem jeweiligen Thema sein. Es bietet sich an, diese auf Englisch zu erstellen, um den Übersetzungsaufwand auf die Sprachversionen der Videos zu beschränken. Diese Seiten sollten nicht auf der normalen LUG-Website sein (sondern auf einer Subdomain), um beides nicht unnötig aneinander zu binden.
Zu jedem Thema sollte es vier Videos geben:
eine ultrakurze Version: ls in 128 seconds (86+42...)
eine normale Version (10–15min) für Linux-Neulinge
eine Version für fortgeschrittene Nutzer
ggf. ein ergänzendes Video mit vielen Beispielen
Eine radikal auf gut zwei Minuten beschränkte Zusammenfassung hätte den Vorteil, dass Linux-Neulinge sich eine Stunde lang die Playlist anschauen könnten, und dann einen ersten Eindruck der 28 wichtigsten Themen für Einsteiger hätten – Linux in 60 minutes. Man müsste sich nicht mehr darauf konzentrieren, was jemand für am Wichtigsten für Anfänger hält, sondern könnte sich ganz entspannt eine Stunde lang berieseln lassen, und sich anschließend die normalen Anfängervideos zu denjenigen Themen anschauen, bei deren Kurzvideo man entschieden hat, sich diesem Aspekt zu widmen.
Ein Video mit einem Titel wie systemd in 128 seconds erscheint allen, die wenigstens ein grundlegendes Verständnis davon haben, was systemd ist, als schlechter Witz – jedenfalls, bevor sie es ansehen. Und würde alleine dadurch Aufmerksamkeit generieren (bei erfahrenen Nutzern). Diese Videos wären anders strukturiert als ein Video über z. B. ls. In Videos zu komplexen Themen würde man wohl gar nicht auf die konkrete Benutzung eingehen, sondern nur erläutern, worum es sich dabei handelt.
Die Existenz von Beispielvideos ermöglicht dem Publikum eine völlig neue Herangehensweise: Anstatt ein Lernvideo von Anfang bis Ende mit hoher Konzentration zu verfolgen (was anstrengend sein kann, außerdem lästig, wenn man hinterher merkt, dass einen nur ein kleiner Teil davon wirklich interessiert), kann man sich von den Beispielen berieseln lassen und immer dann, wenn man etwas sieht, das man auch können möchte, auf den Videolink zu der passenden Stelle im Erklärvideo klicken.
XY in 128 seconds – braucht die Welt derart kurze Videos?
Auch wenn man sie nicht bräuchte, ist das ein fantastischer Markenname. Ideal für eine Suche auf der Videoplattform oder in einer allgemeinen Suchmaschine. Wahrscheinlich leichter zu merken als der Name des Kanals und geeignet, auch die anderen Videos zu finden. Außerdem hat die Zahl natürlich Nerd-Potential, das man in den Videos nutzen könnte.
Wenn man – was sehr häufig der Fall sein dürfte –
nur eine kurze Antwort auf die Frage haben will, worum es sich bei einem Begriff handelt
sich gerade nur für die wichtigsten (am häufigsten genutzten) Funktionen eines Kommandos interessiert
dann ist ein 10-Minuten-Video nicht das Richtige. In den ersten zwei Minuten eines normalen Videos hätte man nicht die Informationen des 128-Sekunden-Videos, weil es für normale Videos kontraproduktiv wäre, Information derart zu komprimieren.
Einige Schritte können parallelisiert werden.
Erfassung und Priorisierung (z.B. nach der jeweiligen Lernmaterial-Situation) der Themen
Erfassung der Freiwilligen für
Website
Inhalte (Themen-Webseiten)
Videoerstellung
Recherche zu best practices
Festlegung der zu nutzenden Lizenzen.
Vorbereitung der Website
Erarbeitung der Struktur für die Kurzvideos (auch auf Basis der Recherche-Ergebnisse)
Erstellung der Webseiten(-Inhalte, nicht notwendigerweise schon auf der endgültigen Website) für die ersten Themen
Veröffentlichung der endgültigen Themen-Webseiten
Kürzung der Inhalte auf den Umfang der Kurzvideos
Erstellung einer Checkliste für die Veröffentlichung von Videos.
Erstellung der ersten Kurzvideos
Erstellung weiterer Sprachversionen
Erstellung der (ersten Version, ggf. beschränkt auf Anfängerinhalte) Beispielvideos
Erstellung von Playlists für Teile der vorhandenen Videos.
Erstellung der ersten normal langen Videos für Anfänger.
Erstellung der ersten Videos für Fortgeschrittene.
Erweiterung der Beispielvideos um Inhalte für Fortgeschrittene.
Ggf. Verbreitung der vorhandenen Inhalte auf weitere Videoplattformen.
So in etwa könnte die Liste der ersten 50 Videos aussehen:
Kommandos
ls
cd
pwd
cp
mv
rm
mkdir
cat
less
man
head
tail
nano
grep
find
lsblk
uptime
free
df
du
top
ps
kill
killall
chmod
chown
tar
file
mount
umount
Linux-Konzepte
Shells
Pattern matching
The single directory tree
Mounting
Everything is a file
Superuser
File permissions
Hard links vs symbolic links
Scripts (shebang)
Pipelines
Init system
Boot process
Processes
Daemons (systemd services)
Package management
Filesystem Hierarchy Standard (FHS)
Device files
/proc
/sys
systemd
ls (list) is the primary tool for orientation in the Linux filesystem. Its main functions are:
show all or some of the contents of a directory
show additional information about one or more files: size, owner, group, permissions, last modification time
check whether a certain path exists – there are other ways to do that but these are far less widely known than ls.
Calling ls without arguments or with a directory path as argument shows the non-hidden contents of the current or the given directory.
ls Bilder bin Dokumente Downloads ls / bin boot dev etc home lib lib64 mnt opt proc root run sbin srv sys tmp usr var ls *.sh test.sh
(video link to the video about pattern matching)
The output of ls -l -h shows for each listed file
the type like
a regular file
a directory
a symbolic link
or something more exotic (which is rare in data directories)
the read and write permission for the owner, the group, and other users (for whom no specific permissions have been defined)
the owner
the group
the size in an easily human readable format i.e. in bytes, kilobytes, megabytes and so on
the timestamp of the last write to the file
the name of the file
and in the case of a symbolic link: the target of the link
The most important options beyond -l for the additional information and -h for the size units are:
--help print a short explanation of the available options
-a show hidden files (those whose name starts with a dot)
-d show directory arguments only as the directory itself, not as its contents
-1 show one name per line only (which is useful for counting or processing the names in a pipeline)
--color colour the output to show the type of the entry
-s sort entries by size
-t sort entries by time of last write
-r reverse the sort order