Hauke Laging - Mollwitzstraße 4/308 - 14059 Berlin - Tel: 030/32603660 - EMail: Hauke.Laging@gmx.de // Stand: 01.02.2000

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Möglichkeit der kostenarmen Zusatznutzung der vorhandenen
Mobilfunk-Infrastruktur für eine neue Dienstleistung

V 1.0



Als ich kürzlich auf der Autobahn einige Zeit im Stau verbrachte, kamen mir einige Gedanken, die ich Ihnen kurz vorstellen möchte, weil Sie sie möglicherweise verwerten können.

Adressat und somit Kunde der neuen Technik wäre in erster Linie der Staat, insbesondere in Form der Polizei. Ohne mich im Detail mit den wissenschaftlichen Aspekten der Stauentwicklung zu befassen, erscheit es mir einleuchtend, dass die Folgen um so schlimmer sind, je mehr Zeit bis zum Eingreifen durch Polizei, Rettungs- und Appschleppdienste vergeht. Ich setze also voraus, dass eine möglichst frühzeitige Information aller Betroffenen Stellen im Interesse der Verantwortlichen liegt. Auch Informationen über den Umfang der Verkehrsbehinderungen - also Länge und Anzahl der betroffenen Strecke und Fahrzeuge - dürften für die Verkehrsbehörden interessant sein. Aber es geht mir nicht alleine um das Erkennen konkreter Behinderungen. Die im folgenden beschriebene Technik erlaubt Einblicke vermutlich hinreichender Genauigkeit in den Verkehrsfluss insgesamt, die für die Straßenplaner generell wichtig sein dürften.

Ich denke nun, dass die Mobilfunkbetreiber über alle diese Informationen bereits verfügen - ohne sie zu nutzen. Ich weiss allerdings den Wert des entscheidenden Parameters nicht: die Zellgröße entlang der Autobahnen (oder anderen Straßen, aber die Bundesautobahnen dürften die interessantesten und am einfachsten abzudeckenden Kandidaten sein). Letztlich wäre das aber ein zu verkraftendes Manko, da Fahrzeuge auf der Autobahn sich in definierter Weise, wenn auch unterschiedlich schnell, von Zelle zu Zelle bewegen. Eine außergewöhnlich hohe Verweildauer aller Fahrzeuge in dem Bereich einer Zelle wäre ein sicheres Anzeichen für ein Verkehrsproblem. Über die davor- und dahinterliegenden Zellen, bei denen ein starkes Ansteigen bzw. Absinken der Zahl eingeloggter Handys zu beobachten wäre, könnte der Problembereich eingeschränkt werden - mit einer Genauigkeit, die maximal der Zellgröße entspräche. Eine weitere Verbesserung der Messgenauigkeit wäre durch eine Technik zu erreichen, durch die die Handys Laufzeitunterschiede der Signale ausgleichen (Details sind mir hier leider nicht bekannt).

Nun hat natürlich nicht jedes Fahrzeug ein (eingeschaltetes) Handy an Bord, aber ich vermute, dass durch (von Zeit zu Zeit zu wiederholende) Beobachtungen eine recht stabile Proportionalität zwischen den Anzahlen der Handys und Fahrzeuge ermittelt werden könnte, die allenfalls in bekannter, also herauszurechnender Weise, schwanken sollte (etwa in Abhängigkeit von der Tageszeit, der Region, dem Wochentag usw.).

Es gibt nun ja bereits Ihr System, das Fahrzeuge auf der Autobahn zählt. Mir ist nicht bekannt, ob dieses flächendeckend eingesetzt wird, in Echtzeit arbeitet und ähnlich flexibel eingesetzt werden kann. Die Mobilfunkbetreiber hätten auf jeden Fall den Vorteil minimaler Investitionskosten und wären nicht auf Autobahnen beschränkt. Ich habe mich nicht in dieser Richtung informiert, da das Interesse einer oder besser mehrerer Mobilfunkanbieter Voraussetzung für diese Idee ist und ich diese Vorgehendweise in jeder Hinsicht für besser halte. Auch bei der Berliner Polizei habe ich - dreisterweise an einem Freitag gegen 18.00 h - mal nachgefragt, ob so ein System wohl auf Interesse stieße. Ich habe die leider zu erwartende, beamtentypisch inkompetent-desinteressierte Antwort bekommen. Es läge auch hier an Ihnen, einmal mit der zuständigen Ebene diese Möglichkeit zu diskutieren.