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Konzept einer kostengünstigen Lärmschutzhülle
für Computer in Standardformaten
V 1.0 - 08.03.2000



zugrundeliegende Problematik

Seit einigen Jahren ist in der Computerbranche ein messbares Bewusstsein für die Notwendigkeit hinreichender Ergonomie der Systeme vorhanden, teilweise sogar gesetzlich geregelt. Die wesentlichen Elemente dieser Charakteristik sind die Benutzerschnittstellen (Monitor, Eingabegeräte) und die Lärmentwicklung des Gesamtsystems.

bedenkliche Entwicklung

Leider finden sich in der von Kostensenkungsdrücken und teilweise irrationalen Bedürfnissen nach technischen Leistungsdaten geplagten Branche wenig Ansätze zur Verbesserung der Lärmerzeugung, im Gegenteil. Ein inzwischen stark verhärteter Wettbewerb treibt die Verlustleistungen vieler Komponenten (Prozessor, Grafikkarte, Arbeitsspeicher u.a.) in die Höhe und schafft so die unmittelbare Notwendigkeit einer ausreichenden Kühlung. Dies geht aber eher mit einer Zunahme der Lärmbelastung einher. Neben den Lüftern werden auch die Festplatten immer lauter - und heißer (viele Topmodelle erfordern inzwischen eigene Lüfter). Besonders schlimm sieht es bei den CD-ROM-Laufwerken aus. Diese kommen in großer Menge von Noname-Herstellern, die sich alleine über die Drehzahl der Laufwerke im Wettbewerb qualifizieren. Bei schlechteren Laufwerken bekommt man geradezu Angst um den gesamten Rechner, solche Vibrationen treten inzwischen auf.

luxeriöse Verbesserungen

Sie können heute schon einiges für Ihren PC tun: Lüfter können besser gelagert werden, temperaturgeregelt sein, dank größerer Durchmesser mit geringeren Drehzahlen auskommen; Festplatten und CD-ROM-Laufwerke können mittels spezieller, dicker Gummibänder beweglich gelagert werden; Gehäuse können von innen mit Kork o.ä. ausgeschlagen werden. Diese Maßnahmen sind zwar mehr oder weniger hilfreich, auf jeden Fall aber teuer; auf hochqualitative Lüfter wird heute kaum Wert gelegt, sie stellen nicht die Masse dar.

Marktchancen - die Produktidee

Ich sehe gute Chancen für ein Produkt, das bei niedrigen Kosten und einfachster, problemloser Handhabung merkliche Verbesserungen bei der Geräuschentwicklung bewirkt. Ich kann mir vorstellen, dass dies durch eine Hülle von wenigen Zentimetern Dicke erreicht werden kann, die aus einem geeigneten Schaumstoff hergestellt wird. Computergehäuse sind in ihren äußeren Abmessungen weitgehend einheitlich; es gibt etwa ein halbes Dutzend unterschiedlicher Größen. So eine Hülle sollte extrem kostengünstig herzustellen sein und würde das Computergehäuse fast komplett umhüllen. Für einen Teil der Vorder- und der Rückseite müssten lose Elemente verwendet werden, da die Geräte an jeweils individuell unterschiedlichen Stellen erreichbar sein müssen (Bedienknöpfe, Wechselmedieneinschübe, Kabel). Da Schaumstoff in Schaumstoff wegen der immensen Haftung schon bei geringsten Drücken gut hält, müsste hier vermutlich keinerlei Halterung vorgesehen werden. An der Vorderseite würden die Elemente überall dort eingesetzt (=hingeschoben), wo der Rechner verdeckt werden kann. Für Wechselmedieneinschübe wären darüber hinaus Speziallösungen denkbar, die auch hier eine weitgehende Verdeckung ermöglichen. Für die Größenordnung des Gesamteffekts sollte es aber nicht ausschlaggebend sein, ob ein kleiner Teil der Gehäuseoberfläche unverdeckt ist. An der Rückseite könnten geschlitzte Elemente Verwendung finden, was für den Anschluss der Kabel ausreichend und außerdem im Sinne der Minimierung unverdeckter Flächen wäre; auch diese könnten halterungslos in die umgebende Schaumstoffhülle gesteckt werden.

Besondere Beachtung verdient der Netzteillüfter des Rechners. Hier sollte ein zusätzliches Element angeboten werden, das womöglich auch nicht alleine aus dem Schaumstoff bestünde. Dieses Element würden den Ansaugkanal darstellen, der sich durch zwei Eigenschaften auszeichnen müsste: Er sollte einen möglichst geringen Luftwiderstand haben und möglichst effektiv den Schall dämmen, den die durchgeleitete Luft überträgt. Dies sollte durch eine Verwinkelung relativ leicht zu erreichen sein. Es wäre zu prüfen, ob die Schaumstoffhülle den über das ganze Gehäuse verteilten Luftaustritt merklich behindert. In diesem Fall wären noch weitere Steckelemente anzubieten, die bei guter Dämmung eine akzeptable Luftdurchlässigkeit aufweisen. Alle angesprochenen Elemente sollten bei den Hüllen aller Größen (mit vielleicht einer Ausnahme) einsetzbar sein, so dass die Anzahl unterschiedlicher Komponenten hier gering gehalten werden könnte.

Denkbar wäre noch die Entwicklung einer zur Hülle passenden Unterlage aus härteren Kunststoffschichten, um die Geräuschausbreitung über den Fußboden zu minimieren.

Zusatznutzen

Über die Kernfunktion der Lärmdämmung hinaus gibt es einige weitere Aspekte, die zumindest die teureren Versionen des Produkts noch interessanter machen könnten.

EMV

Kaum ein heutiger Rechner genügt den Strahlenschutznormen, wenn man einschlägigen Tests glauben darf. Es sollte durch Einarbeitung geeigneter metallischer Elemente (Folien) relativ einfach möglich sein, diese Abstrahlung wirksam zu dämpfen. Hierbei könnte noch eine Optimierung auf unterschiedliche Taktfrequenzen erfolgen (falls das technisch sinnvoll ist), das heißt, es würden unterschiedliche Modelle für beispielsweise 500- und 800-MHz-Rechner angeboten, weil diese jeweils deutlich am stärksten gedämpft würden.

Design

Was gibt es hässlicheres als ein PC-Gehäuse? Ganz selten finden sich Anflüge von Kreativität (aktuell zum Beispiel in Anlehnung an die iMacs), und dann auch nur zu erheblichen Zusatzkosten. Die Schaumstoffhüllen könnten kostengünstig in vielen unterschiedlichen, ansprechenden Designs angeboten werden, so dass manche Kunden sich sogar entschließen könnten, ihrem Rechner ein jährlich wechselndes Outfit zu verpassen.

Sonneneinstrahlung

Es wird gelegentlich davor gewarnt, Rechnergehäuse der prallen Sonne auszusetzen, weil sie sich dann aufheizen. Dies könnte vermutlich (ganz automatisch) ebenfalls minimiert werden, so dass dem Kunden ohne technische Mehrleitung ein weiterer Nutzen vermittelt werden könnte.

einfache Handhabung

Was dieses Produkt für die Betreiber vieler Rechner interessant machen sollte, wäre der Umstand, dass es sich bei der Montage beim ersten Mal um eine Frage weniger Minuten handeln sollte; nach dem dritten Rechner sollte dies in weniger als einer Minute zu schaffen sein. Es müsste lediglich die Hülle über das Gehäuse geschoben werden. Wahrscheinlich (nicht einmal zwangsläufig, das wäre designabhängig) müssten noch die Kabel ab- und wiederangesteckt werden. Es könnte also ohne großen Zeitaufwand der Rechnerbestand eines ganzen Unternehmens dergestalt umgerüstet werden.