Vorschlag für eine Produktinnovation

Bedienteilattrappen für Autoradios als Diebstahlschutz

Version 1.0/2.1, 25.01.2006

Hauke Laging, Grazer Platz 22, 12157 Berlin, Tel.: 030/32603660, mobil: 0172/7630883, E-Mail: hauke@laging.de
Student des Wirtschaftsingenieurwesens und ehemaliger Mitarbeiter des Lehrstuhls für Technologie- und Innovationsmanagement an der Technischen Universität Berlin.

Übersicht


Ausgangslage - das Problem des Kunden - Übersicht

Autoradios sind ein begehrtes Diebesgut. Der damit verbundene Ärger steigt durch den am Fahrzeug darüber hinaus entstehenden Schaden. Natürlich brechen normale Kriminelle nicht wahllos Autos auf. Das Risiko muss für die meisten in einem vernünftigen Verhältnis zum Wert der potentiellen Beute stehen. Es ist also davon auszugehen, dass sich der durchschnittliche Kriminelle ein Fahrzeug genauer ansieht, bevor er es aufbricht.

Hochwertige Autoradios sind leicht zu erkennen, allerdings werden viele Bedienteile von den Besitzern mitgenommen, wenn sie ihr Fahrzeug längere Zeit parken. Ob man als "Experte" nun anhand des Einbauteils erkennen kann, um welches Modell es sich handelt, ist beinahe nachrangig. Ein fehlendes Bedienteil weckt auf jeden Fall Begehrlichkeiten: Warum sollte man ein Gerät mitnehmen, das nichts wert ist?

Ziel - Übersicht

Die direkte Erkennbarkeit hochwertiger Geräte (am Gerät selber - aufwändige Lautsprechersysteme, die wohl kaum an einem Billigradio hängen, lassen sich wohl nicht verstecken) soll dadurch verhindert werden, dass für hochwertige Geräte ein alternatives Bedienteil zur Verfügung gestellt wird, das - bis auf das fehlende Innenleben - exakt dem eines existierenden Modells entspricht, das vergleichsweise wertlos, also für Diebstahl uninteressant ist.

Nebenziele, positive Nebeneffekte, weitere Betroffene

Durch ein solches neues Produkt fiele der Anbieter nicht nur positiv auf, wie er es durch jede andere Innovation auch täte, sondern machte sich - bei Markterfolg - auch einen Namen im Bereich der Sicherheit. Da Neuerungen auf dem Gebiet selten sind, besteht die Chance, dass sie stärker auffallen.

technische Umsetzung - Übersicht

Anforderungen

Realisierung

Sinnvollerweise nähme man die Originalbedienteile der billigen Geräte, ohne das Innenleben, wenn der Verzicht darauf kostengünstiger ist. Wenn auf Grund einer anderen Herangehensweise das geübte Auge einen Unterschied bemerkte, wäre der ganze Aufwand sinnlos. Falls die Montagemechanik zum Einbauteil nicht einheitlich ist, müsste man die Bedienteilsttrappe entweder in mehreren Ausführungen fertigen oder in einer, die auf alle passt. Dies könnte möglicherweise erreicht werden, indem nicht der reguläre Anschluss verwendet wird, sondern eine Magnethalterung. In diesem Fall müsste aber sichergestellt sein, dass das Bedienteil immer sehr präzise sitzt, weil ein schief sitzendes Bedienteil als Attrappe erkennbar wäre.

mögliche Probleme

Modellauswahl

Wenn man nur ein Bedienteil dafür nähme, träte das Problem auf, dass Geräte dieses Typs bei hoher Verbreitung dieser Schutzmaßnahme plötzlich latent wertvoll wären, da die Wahrscheinlichkeit recht hoch wäre, dass es sich um eine Attrappe handelt. Es sollte also auf jeden Fall ein Modell sehr hoher Verbreitung gewählt werden. Im Rahmen der tragbaren Kosten wäre es vorteilhaft, Attrappen mehrerer Modelle anzubieten.

variable Kosten

Die Kosten für die Attrappen ließen sich vielleicht dadurch noch reduzieren, dass man sie von einem Hersteller billiger Geräte einkauft, anstatt die eigenen zu nehmen (alternativlos, wenn keine billigen eigenen Geräte zur Verfügung stehen). Dies mag auch unter Imageaspekten vorteilhaft sein, weil der Kunde dann registriert: "Wenn es nicht geklaut werden soll, tue ich einfach so, als hätte ich eine andere Marke."

Wenn man die Attrappen zusätzlich verkauft, verteuern sich die eigentlichen Geräte nicht.

Marktchancen - Übersicht

vorhandene ähnliche Produkte

Es gab grob vergleichbare Ansätze: Von Kenwood gab es ein Gerät, dessen Bedienfront sich bei Ausschalten der Zündung automatisch nach innen drehte. So eine Maßnahme hat neben den Kosten für den technischen Aufwand das Problem, dass ein gut informierter Beobachter weiß, was los ist. Selbst das heruntergekommenste Auto hat ein Radio. Wenn also nichts zu sehen ist, wird etwas versteckt, was wertlose Geräte ausschließt (auch wenn es unter dem Styling- und nicht dem Dienstalschutzaskept geschieht). Im Zweifelsfall ist für den geübten Beobachter sogar das Modell zu erkennen.

Der Vorteil dieses Ansatzes liegt gerade darin, nicht durch Unklarheit Begehrlichkeiten zu wecken, sondern aktiv das Desinteresse der Kriminellen zu wecken..

Vorteile der Innovation und ihr Gewicht, Aufwand-Nutzen-Verhältnis

Der objektive Vorteil lässt sich im voraus nicht beziffern, da es sich dabei um den Rückgang der Diebstahlquote bei entsprechend geschützen Modellen handelt, der vermutlich auch modellabhängig ist.

Entscheidend ist, dass die Wirksamkeit der Maßnahme vom Kunden als relevant eingeschätzt wird. Außerdem tut manch ein Kunde gerne etwas für die Sicherheit seines Eigentums.

Nachteile der Innovation

Theoretisch könnten Fahrzeuge mit diesen Geräten in normaler Form "auf Verdacht" aufgebrochen werden. Das wäre aber weder das Problem des Herstellers noch das seiner Kunden.

Zielgruppen

Je nach Lösung der Befestigungsproblematik könnte dieses Produkt auch von den Besitzern der Geräte anderer Hersteller gekauft werden. Aus Marketingsicht erscheint das besonders pikant. Es spricht nichts dagegen, auf die Rückseite der Attrappe großformatig das eigene Logo zu platzieren.

Vermarktung

Den eigenen Geräten könnte ein Hinweis auf dieses Produkt beigelegt werden.

Vielleicht bringt man sogar die Polizei dazu, das im Rahmen der Kriminalitätsprävention zu empfehlen. Wie viele Leute diese tollen Broschüren lesen, steht natürlich auf einem anderen Blatt, aber in der Werbung ließe sich dieser Umstand gewinnbringend einsetzen.

Erklärungsbedürftigkeit

Den Sinn der Maßnahme versteht jeder potentielle Kunde sofort; hier ist kein Aufwand zu treiben.

Preisspanne, Umsatz, Deckungsbeitrag

Der Kunde zahlt nicht nur für das Bedienteil, dessen Wert bzw. Kosten er kaum einschätzen kann und das er auch nicht in brauchbarer Weise billiger anderweitig beschaffen könnte (denn er muss es montieren können), sondern für die besondere Funktion, die das Gerät erfüllt.

zeitliche Entwicklung

Wenn man nicht diese Innovation als Gelegenheit nutzt, verstärkt zu werben, wird sich diese Idee langsam durchsetzen, wie die abnehmbaren Bedienteile vorher selber.

Imitationsrisiko, Barrieren gegenüber (potentiellen) Wettbewerbern

Dieses Produkt kann jeder Wettbewerber problemlos imitieren. Um hier dauerhaft zu bestehen, ist es wichtig, schnell Stückzahlen und eine Bekanntheit zu erreichen, die diesen kleinen Markt für Wettbewerber unattraktiv werden lassen. Mit der eigenen Marke kann man diesbezüglich nicht punkten, da der Kunde für diesen Zweck gerade etwas "Wertloses" braucht. Neben der Stückzahl und der Bekanntheit des Pioniers können Vorteile beim Vertriebsnetz, also dem Zugang zur Zielgruppe, helfen.

Einwände - Übersicht

Naheliegende oder bereits vorgebrachte Einwände:

Erweiterungen - Übersicht




Änderungen am Dokument - Übersicht

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