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Businessplan für einen Dokumentenkonvertierungsdienst - V 1.1

Inhaltsverzeichnis

Businessplan für einen Dokumentenkonvertierungsdienst - V 1.0 1

Vorwort 3

Zusammenfassung 3

zugrundeliegende Problematik 3

Geschäftsidee 3

Größe des Zielmarkts 4

Erfolgsfaktoren 4

Finanzplan 4

Gründer/Management 5

ausführliche Darstellung 6

zugrundeliegende Problematik 6

fundamentale Missachtung der Anwenderwünsche 6

Kundenwünsche 6

grundsätzliche Probleme heutiger Office-Software 7

erzwungene Festlegung auf ein spezielles Produkt 7

Updatezwang 7

Folgen und Folgekosten 8

defekte Dokumente 8

Entwicklerwünsche 9

Firmenwünsche 10

Der Markt 11

Segmente 11

Firmenkunden 11

Privatkunden 11

Softwarehersteller 12

Hardwarehersteller 12

vertragliche Bindung der Kunden 12

mediale Diversifikation 13

Größe 13

Softwareumsätze 13

Marktentwicklung 13

Marktwachstum 13

neue, kostenbewusste Marktsegmente 14

bessere Internetanbindungen 14

mobile Geräte 14

Sonstiges 14

Börseneffekte 14

Erfolgsfaktoren 16

Entwicklung 16

Reengineering 16

Kooperationen 17

Personal 17

Vorgehensweise 17

spezielle technische Probleme 18

OLE, ActiveX 19

Scriptsprachen 19

Durchführbarkeit 19

Kundengewinnung 19

Nutzungsanreiz 19

Nutzungshemmnisse 20

Raubkopien 20

Verfügbarkeitsanforderungen 20

Beständigkeit und Zukunftssicherheit 21

Datensicherheit 22

Transparenz 23

Einflusspersonen / Informationsmangel / Vertriebsprobleme 24

wachsende Unbeliebtheit von Microsoft-Produkten 24

Vertrieb 25

klassische Softwarevertriebskanäle problematisch 25

Bundlingverträge mit OEMs 25

Vermittlung durch ISPs 25

Vertrieb an Firmenkunden über IT-Dienstleister 25

Nutzungswege 26

Privatanwender 26

gelegentliche Verbindungen 26

permanente Verbindungen 26

Wettbewerber des Dienstes 26

Finanzplan 27

Gründer/Management 27

Erweiterungsmöglichkeiten des Dienstes 29

andere Software 29

mehr Software unterstützen 29

Programmwechsel 29

mobile Geräte 29

Und weitere Optionen sind in Planung: 30

Virenscanner 30

echtes Teamwork 30

Datensicherung 30

Viewer 30



Vorwort

Die folgende Abhandlung erfüllt nicht alle Anforderungen an einen Businessplan im klassischen Sinne. Gerade im finanzwirtschaftlichen Bereich fehlt die nötige Präzision der Angaben. Dies ist ergebnisbezogen damit zu erklären, dass diese Abhandlung nicht dieselben Ziele verfolgt wie ein Businessplan. Ich bin nicht in der Situation, zu sagen: „Bitte, lesen Sie sich das einmal durch, geben mir 20 Millionen Euro, und am nächsten Tag fange ich an.“

Bisher ist dies weitestgehend ein Ein-Mann-Projekt. Ich habe zwar mehrfach versucht, geeignete Leute einzubinden, dies ist aber nicht gelungen. Daher suche ich keinen Investor, der ein fertiges Team mit detaillierter Durchführungsplanung nur noch finanziert, sondern einen Gesellschafter, der durch seine Kontakte in der Lage ist, die nötigen Leute zu besorgen, und außerdem die nötige Verfeinerung des Businessplans ermöglicht.

Dieser Text soll lediglich einerseits das nötige Interesse wecken und andererseits aufzeigen, dass es weit mehr ist als nur irgendeine Idee, die keine vernünftige Grundlage hat. Aus diesem Grund zeige ich alle wesentlichen Zusammenhänge und Abläufe auf und zeige im Rahmen meiner technischen Kenntnisse, dass die Realisierung machbar erscheint.

Ich möchte hinzufügen, dass ich mit einer früheren, weniger gelungenen (vor allem im Sinne der Verständlichkeit) Beschreibung der Idee bei einer Reihe von VC-Firmen vorstellig geworden bin. Zu meinem Entsetzen waren nicht einmal die Leute, die das immense Potential klar bejaht haben, dazu bereit, von ihrer klassischen, reinen Finanzierungsrolle im oben genannten Sinne abzurücken. Niemand sah sich gewillt und in der Lage, die nötige Managementbesetzung zu organisieren und die Planungen weiterzuführen.

Nur mit der festen Bereitschaft, diese Hürde wenigstens prinzipiell überwinden zu wollen, sollte dieser Text überhaupt weitergelesen werden.

Zusammenfassung

zugrundeliegende Problematik

Durch die Fesselung der Masse der Computernutzer - privat wie geschäftlich - werden riesige Umsätze (mit weit überdurchschnittlichen Margen) erzielt. Der extrem hohe Anteil bestimmter Produkte sorgt in vielen Arbeitsbereichen für einen kaum umgehbaren Zwang, ebenfalls diese Produkte zu benutzen. Zu diesen Bereichen gehören Textverarbeitung, Tabellenkalkulkation, Datenbanken (für den Hausgebrauch), Präsentationsprogramme u.a. Es ist daher faktisch jeder Computernutzer von der Problematik betroffen.

Neben dem direkten Erzielen von „Monopolgewinnen“ dient diese Marktposition dazu, mittels brachialer Methoden Marktführerschaften oder sehr gute Positionierungen im Markt in immer neuen Bereichen durchzusetzen. Geglückte Beispiele hierfür sind Betriebssysteme, E-Mail-Software, Webserver, Groupwaresoftware u.a. Nicht - oder noch nicht - geglückte Beispiele sind Online-Dienste und Technologien für den sicheren (im Sinne des Kopierschutzes) Austausch von Inhalten (Musik u.a.) über das Internet. Diese Macht hat einen erheblichen finanziellen Wert; dieser geht noch über den direkt ermittelbaren Wert der wirtschaftlichen Aktivitäten hinaus, weil der erlangte Einfluss immens ist.

Geschäftsidee

Mein Vorhaben ist, über einen Dienst eine Abstraktionsebene zwischen der Anwendungssoftware und den bearbeiteten Daten zu schaffen, die die oben beschriebene Abhängigkeit vollständig ausschaltet. Dieser Dienst soll eine perfekte Umwandlung von Daten aus einem Format in ein anderes vornehmen, so dass jeder Benutzer für sein Programm die Daten in dessen nativem Format geliefert bekommen kann. Er sollte dann nicht mehr merken, ob diese Daten mit der selber verwendeten oder einer anderen Software erstellt wurden.

Größe des Zielmarkts

Die finanziellen Folgen dieser Möglichkeit wären gigantisch. Software würde dann auf einmal nach Kriterien der Produktivität gekauft werden können: Funktionsumfang, Stabilität, Einfachheit und Intuitivität der Benutzung, Geschwindigkeit, unterstützte Plattformen, Anschaffungskosten und Administrationskosten. Da alle diese Kriterien auch auf die jeweiligen Plattformen (vor allem das Betriebssystem) anzuwenden sind, vervielfacht sich die Wirkung. Die betroffene Firma, Microsoft, macht mit Officeanwendungen und Betriebssystemen heute etwa zehn Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr. Hinzukommen dürfte ein Vielfaches an Supportkosten (natürlich nicht alleine bei Microsoft, sondern im Gesamtmarkt).

Der Markt umfasst dabei alle Benutzer mindestens einer der oben genannten Programmarten, damit faktisch jeden Benutzer eines Computers überhaupt. Der wirtschaftlich direkt relevante Markt dürfte sich dabei auf Firmenkunden beschränken, weil Privatkunden sich traditionell damit schwertun, für Software und ähnliches zu bezahlen. Den Firmen würde dagegen eine Pauschale oder ein Betrag pro Dokument oder Inhaltsmenge angeboten. Die eigentliche Dienstleistung würde über Internet oder - sinnvollerweise - den Verkauf dedizierter Serverrechner, die dann in das Netzwerk des Kunden eingebunden würden, erbracht. Der effektive Markt wäre dabei der Bruchteil des oben genannten Gesamtmarkts, auf den prozentual die bisherigen Kosten gesenkt werden müssten, um die potentiellen Kunden zum Umstieg zu bewegen.

Ein weiteres Marktsegment wären die Hersteller elektronischer Geräte, die Daten mit PCs austauschen müssen. Diese haben unter Lizenzgebühren, Knebelverträgen, zusätzlichem Entwicklungsaufwand und unsinnigem Ressourcenverbrauch zu leiden, weil sie kompatibel sein müssen. Diese Firmen könnten für ihre Geräte pauschal eine zeitlich Befristete Nutzung des geplanten Dienstes erwerben und wären damit die vorgenannten Probleme auf einen Schlag los.

Wettbewerb im eigentlichen Sinne gibt es momentan überhaupt nicht; der Markt für das beschriebene Produkt muss erst noch geschaffen werden.

Erfolgsfaktoren

Das größte Problem bei der Umsetzung wäre die technische Herausforderung, die Konvertierung zu perfektionieren, zumal nach Bekanntwerden des Vorhabens mit technischen Gegenmaßnahmen in zukünftigen Produktversionen zu rechnen wäre. Es können auch rechtliche Probleme (Urheberrecht am Datenformat) entstehen, die im Vorfeld zu klären wären. Die herausragende Problematik im Marketing bestünde darin, das nötige Vertrauen auf Seiten der potentiellen Kunden zu gewinnen. Da es hier um eine qualitativ gewaltige Umstellung geht, müssten die Kunden sicher sein, dass ihre Investition Bestand hat. Entscheidendes Kriterium neben der Funktionstüchtigkeit wäre demnach auch die Bestandssicherheit der anbietenden Firma. Für die kleineren Kunden wäre das nächstrelevanteste Problem die Datensicherheit, was aber technisch unproblematisch und daher vor allem psychologisch schwierig sein dürfte. Für diese Kunden, die den Dienst über das Internet nutzen, anstatt sich einen eigenen Server zu kaufen, müsste eine Verfügbarkeit von annähernd 100% sichergestellt werden.

Die Attraktivität des Angebots könnte durch optionale Ergänzungen des Kerndienstes gesteigert werden, die aus Kundensicht naheliegend sind. Hier böten sich Dienstleistungen in den Bereichen Backup und Firewalling, mit Einschränkungen auch im allgemeinen Bereich der Administration der betroffenen Programme an. Bis auf den Backupdienst, der gut in die sowieso benötigte Infrastruktur eingebunden werden könnte, würden diese Zusatzdienste vermutlich an Kooperationsfirmen ausgelagert.

Finanzplan

Wegen der Komplexität der Anforderungen an die Entwicklung und meinem Mangel an Erfahrung in diesem Bereich kann ich das nötige Investitionsvolumen nicht brauchbar abschätzen. Allenfalls eine Untergrenze lässt sich durch die weltweite Ausdehnung dieses Dienstes, da schon aus Kosten- und Geschwindigkeitsgründen für die Datenübertragung eine weite Verbreitung erforderlich ist, ansetzen. Diese dürfte jenseits von zehn Millionen Euro liegen. Positiv ist an dem Vorhaben, dass - anders als bei den meisten Internet-basierten Geschäftsideen - jedenfalls in der Anfangszeit nur ein geringes Werbebudget erforderlich wäre. Die Verfügbarkeit eines solchen Produkts wäre derart sensationell, dass alle Betroffenen aus der allgemeinen Berichterstattung darüber erfahren würden. Der Umfang der klassischen Werbung könnte daher, einige Zeit nach der Markteinführung, an eine gesunde Wachstumsrate des Unternehmens angepasst werden.

Die zu erwartende, unerhörte Bekanntheit der Firma führte dann - unterstützt durch das Angebot eines eingeschränkten, dafür aber kostenlosen Dienstes für Privatkunden - zu einem extrem gut besuchten Webangebot der Firma, das die in diesem Bereich üblichen Einnahmen durch Werbung u.ä. zur Folge hätte.

Gründer/Management

Es ist mir leider nicht gelungen, in meinem Bekanntenkreis Leute zu finden, die ich wirtschaftlich und technisch für ausreichend qualifiziert oder talentiert halte und denen ich das nötige Engagement mit ausreichender Sicherheit zutraue. Somit kann ich kein Team von Gründern präsentieren, lediglich ein schlüssiges Vorhaben.

Ich selber studiere an der TU Berlin Wirtschaftsingenieurwesen, momentan noch mit der Fachrichtung Elektrotechnik, will dies aber auf Informations- und Kommunikationssysteme ändern. Ich gehöre seit Ende 1997 der größten studentischen Unternehmensberatung in Berlin (CCT e.V.) an, wo ich sehr viel über Organisation und das Führen von Mitarbeitern gelernt habe. Ich war dort ein Jahr lang als Ressortleiter für den Bereich IT verantwortlich und bin von dort aus zum Vorstand für IT der größten Berliner Studenteninitiative (AG Wi-Ing e.V.) aufgestiegen, die der Dachverein u.a. des CCT ist. Inzwischen bin ich dort der Vorsitzende. Diese Arbeit erlaubt es mir, die eigenen Fähigkeiten in vor allem den Bereichen Personalführung, Organisation und Marketing laufend zu testen und zu verbessern. Ich arbeite seit etwa vier Jahren als freier Autor für mehrere Computerzeitschriften und habe auch durch über das Journalistische hinausgehende Kontakte zu etlichen Computerfirmen einiges an Erfahrungen in dieser Branche sammeln können.

Ich würde die Gründung einer entsprechenden Firma weiter vorbereiten und dort dann als Assistent des Vorstands im Bereich Marketing, an der Schnittstelle zur Entwicklung, arbeiten wollen.

ausführliche Darstellung

zugrundeliegende Problematik

fundamentale Missachtung der Anwenderwünsche

Die Anforderungen, die die meisten Anwender von Standardsoftware - privat wie geschäftlich - haben, werden schon seit Jahren in eklatanter Weise von den Softwarefirmen missachtet. Jede populäre Office-Software ist weit davon entfernt, dem Anwender ein sorgloses Arbeiten zu ermöglichen. Nicht im Ansatz ist zu erkennen, dass Neuentwicklungen zumindest auch unter dem Gesichtspunkt eines maßvollen Verbrauchs von Hardwareressourcen angegangen werden. Verständlichkeit und Übersichtlichkeit verbessern sich nicht, gelegentliche Abstürze mit mehr oder weniger schweren Folgen sind die Regel. Selbst simpelste Dokumente schlagen mit einem gewaltigen Speicherbedarf zu Buche; trotz der immensen Strukturiertheit dieser aufgeblähten Dateien schaffen es die Anwendungen nicht, leicht beschädigte Dateien noch zu verwerten. Der Ärger über erhebliche Probleme mit einfachen Aufgabenstellungen gehört vielerorts zum Alltag.

Die Hersteller scheinen an einer Verbesserung dieser Situation nicht interessiert; Mutmaßungen über die Gründe dafür wären müßig. Ich möchte die eigentliche Kernfrage guten Marketings einmal in den Mittelpunkt meiner Überlegungen stellen: Was will der Kunde eigentlich? Diese komplexe Fragestellung ist nicht so ohne weiteres zu beantworten, aber ich denke, viele Aspekte folgen einer gemeinsamen Linie: Problemloses Arbeiten in jeder Hinsicht stellt meines Erachtens das oberste Anwenderziel dar.

Kundenwünsche

Es stellt sich sogleich die Frage, was der Kunde - privat wie geschäftlich - eigentlich will, vom konkreten Produkt und dem Markt insgesamt erwartet. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit gehören als bedeutende Elemente sicherlich dazu:

Diese Aspekte betreffen natürlich auch die Hard- und Softwareumgebung, da das System der Wahl eventuell nicht verwendet werden kann, weil die Anwendung dafür nicht zur Verfügung steht. Die damit verbundenen negativen Effekte sind ebenfalls der fraglichen Anwendung zuzurechnen.

Das Problem hierbei ist, dass sich die Technik nur in eine Richtung weiterentwickelt. Es gibt unter den relevanten Lösungen nur „fette“, und damit ressourcenfressende und langsame Varianten. Gute Nischenprodukte haben keine Chance auf größere Verbreitung, weil sie vor allem den Kompatibilitätsanforderungen nicht gerecht werden.

grundsätzliche Probleme heutiger Office-Software

Neben der Ermangelung sichtbarer Fortschritte bei den oben genannten Problematiken belastet die Vorgehensweise der Industrie den Anwender teilweise durchaus aktiv: Alle zwei Jahre kommt eine große neue Version einer Software auf den Markt. Oftmals ohne wirklichen Zusatznutzen müssen sich die Anwender umstellen, was Kosten und Arbeit mit sich bringt - auf Seiten der Administratoren durch das Installations- bzw. Updateprozedere, auf Seiten der Nutzer durch die unvermeidliche Umstellung und Neueinarbeitung. Alte Versionen, die klaglos ihren Dienst verrichten, werden nicht länger gepflegt und unterstützt. Viel schlimmer: Der stete, zwar von der Industrie, nicht aber der Masse der Anwender gesehene Wunsch nach "500 neuen Funktionen!" produziert am laufenden Band inkompatible Dateiformate. Nie käme ein Anbieter auf die Idee, seine Formate in der Art von HTML aufwärtskompatibel zu halten. Aus Sicht des Anwenders der reine Wahnsinn: Ein simples Dokument, das schon die Möglichkeiten eines alten Formats nicht annähernd ausnutzt, kann von der alten Anwendung nicht mehr verarbeitet werden, sobald es in einem neuen Format codiert wird. Selbstverständlich tun die Anbieter alles, um zu verhindern, dass mit ihrer Software Dokumente in einem alten (eigenen) Format abgelegt werden.

Da keine technische Notwendigkeit zur Inkompatibilität besteht, kann den Herstellern getrost Vorsatz bei der Störung der kontinuierlichen Arbeit der Kunden unterstellt werden. Besserung ist hier also nicht zu erwarten. Es scheint auch viel einfacher zu sein, den Kunden durch Unannehmlichkeiten bei der Interoperatibilität bei der Stange zu halten (also ihm den Wechsel zur Konkurrenz zu erschweren), als dies durch überlegene Funktionalität zu tun (ihn also aktiv zu halten).

erzwungene Festlegung auf ein spezielles Produkt

Meines Erachtens steht die Masse der Kunden unter dem Zwang, Dokumente mit anderen Austauschen zu müssen; vielfach ist der Rückgriff auf gemeinsam (mehr oder weniger gut) nutzbare, ältere Dateiformate aus technischen oder politischen (Kunde-Lieferant-Verhältnis) Gründen nicht praktikabel. Da vor allem Microsoft erhebliche technische Anstrengungen unternimmt, ihre Formate so inkompatibel zum Rest der Welt wie irgend möglich zu gestalten, arten selbst Konvertierungen einfachster Dokumente im Ergebnis oftmals in ein einziges Trauerspiel aus.

Updatezwang

So erfolgen Anschaffungen und Updates ohne jede reale (arbeitsbedingte) Notwendigkeit. Im Gegenteil: Änderungen an funktionierenden IT-Systemen sind gemeinhin unbeliebt. Wenn eine Firma also mehr oder weniger erfolgreich Office 95 eingesetzt hat, dessen Funktionsumfang die Angestellten vielleicht zu 4% ausgenutzt haben, wird ein IT-Verantwortlicher ohne Änderung der Aufgabenstellung (die unwahrscheinlich ist) keinen Sinn darin sehen, bei massiven Zusatzkosten und Mehrarbeit ein Update auf Office 97 vorzunehmen. Also zwingt Microsoft ihn über ihre Marktmacht dazu: Ein Jahr nach Einführung von Office 97 benutzen dies so viele Firmen, dass auch Geschäftspartner der betrachteten Organisation dabei sind. Da sinnloserweise standardmäßig die neusten Dateiformate genutzt werden, werden technische Probleme verursacht. Ausschließlich Probleme, denn der Umstieg auf Office 97 bringt den meisten keinerlei Vorteile; im Gegenteil - dieselben Nutzdaten belegen plötzlich deutlich mehr Speicher. Endgültig verärgert werden viele Nutzer dann dadurch, dass die nur erzwungenermaßen benutzte, neue Version des Programms alte Daten nicht perfekt importiert.

Verstärkt wird diese Entwicklung durch das Bundling von Software mit Rechnern. Microsoft kann auf diesem Wege auch ohne einen einzigen "updatenden" Kunden dafür sorgen, dass neue Versionen schnell einen hohen Marktanteil erreichen. Die OEMs können sich dagegen nicht wehren; Microsoft ist nicht verpflichtet, ihnen weiterhin die alte Version zu lizensieren, und wegen der Dateikompatibilitätsprobleme kommt ein Ausweichen auf Konkurrenzprodukte oftmals nicht in Frage.

Folgen und Folgekosten

Durch die Verstrickung einzelner MS-Produkte miteinander und durch den "Man hat es ja"-Effekt führt dann eins zum anderen: Die Entscheidung für MS-Office führt zum Einsatz irgendeines neueren Windows-Derivats, weil auf PCs MS-Office nur unter Windows zur Verfügung steht; auch dies ist oftmals eine unfreiwillige Entscheidung, da Windows bekanntlich mit den höchsten "Total Cost of Ownership" (TCO) aufwarten kann. Windows auf den Clients führt dann ganz schnell zu Windows NT auf den Servern (an für sich regelmäßig eine unsinnige Entscheidung) und so zu MS-Backend-Software. Da die Verstrickung zwischen den Windows- und Officeversionen immer stärker wird, akkumulieren sich auch die Ressourcenmehrbedarfe, was die Lebensdauer der verwendeten PCs senkt und auch auf der Hardwareseite Mehrkosten verursacht (in Anschaffung und Administration/Neuinstallation/Einbindung ins bestehende Netzwerk).

Wäre nicht eingangs die Entscheidung für MS-Office gefallen, hätte der Kunde sich in vielen Fällen auch nicht für die anderen MS-Produkte entschieden.

defekte Dokumente

Ein nicht zu unterschätzendes Problem für die vor allem privaten Anwender stellen unbrauchbar gewordene Dokumente dar. Der Fall der eine Woche vor dem Abgabetermin von Word geschredderten Diplomarbeit ist geradezu legendär. Vor allem bei umfangreichen Dokumenten - bei denen der Schaden (Zeit- und Informationsverlust) am größten ist - neigen die gängigen Officeprogramme (nicht nur MS-Office) dazu, gelegentlich mal die eigenen Dateien nicht mehr lesen zu wollen, sondern sie einfach nicht mehr zu erkennen oder, noch besser, gleich abzustürzen.

Trotz der Wichtigkeit dieser Dokumente verfügen Privatleute zumeist nicht über geeignete Backups; üblicherweise wird das Risiko dieser Ereignisse aus Unwissenheit als unbedeutend gering abgetan. Aus diesem Grund sind Firmen von der Problematik auch weniger betroffen.

Besonders ärgerlich ist daran, dass erstens Programme beim Laden von Daten grundsätzlich nicht abstürzen, sondern allenfalls eine Fehlermeldung bringen sollten und dass die Dateien regelmäßig nicht gelöscht wurden, sondern auf Grund von fehlerhaften Inhalten oder Fehlern in der Software nicht mehr gelesen werden können. Auch im ersten Fall sind die relevanten Daten regelmäßig noch (fast) komplett erhalten. Die nativen Dokumente heute gängiger Office-Software sind dadurch, dass sie mit großen Mengen „überflüssiger“ Steuerdaten aufgebläht werden, sehr strukturiert. Es fällt daher relativ leicht, normale Dokumente wieder in ihre Bestandteile zu zerlegen, so dass der größte Teil des unbrauchbar gewordenen Dokuments restauriert werden können sollte (was konkret natürlich vom individuellen Problem abhängt). Auf jeden Fall könnten dem Anwender mehrere Möglichkeiten angeboten werden, wie das Dokument ausgesehen haben könnte, so dass ihm die Wiederherstellung deutlich erleichtert würde.

Wenn das Problem nicht (allein) in der Beschädigung der Datei, sondern im reproduzierbaren Absturz der Anwendung besteht, kann ebenfalls geholfen werden. Das Dokument wird auf einem Testrechner probeweise geöffnet, bevor es an den Kunden zurückgeht. Stürzt die Anwendung auch dort ab, werden schrittweise Formatierungen entfernt oder geändert, bis das Dokument wieder fehlerfrei geladen werden kann. Die entfernten Daten (und eventuell Formatierungen) würden anderweitig mitgeliefert. Alternativ kann der Kunde es natürlich in ein anderes Format konvertieren, das seine Anwendung lesen kann.

All dies leisten die aktuellen Softwarepakete aber nicht. Der Grundbedarf des Anwenders nach einem funktionierenden Werkzeug wird durch die Entwicklung des Marktes geradezu konterkariert: Die Programme lassen nicht nur die dringend nötigen Rettungsmöglichkeiten vermissen, sie sorgen durch die ständig wachsende Komplexität ihrer selbst und ihrer Dateiformate auch noch dafür, dass das Risiko derartiger Probleme kontinuierlich ansteigt.

Das bei der Entwicklung des betreffenden Dienstes angesammelte Know-How über die innere Struktur der einzelnen Dateiformate sollte nach der Fertigstellung des Basisdienstes quasi im Vorübergehen eine Ausweitung auf diesen Reparaturdienst erlauben.

Entwicklerwünsche

Die Entwickler von Konkurrenzprodukten (Office-Software) und Geräten, die mit diesen Anwendungen Daten austauschen müssen (PDAs), haben natürlich kein Interesse, angesichts ihres Kostendrucks ihre Zeit mit der sowieso mangelhaften Anpassung an MS-Dateiformate zu vergeuden. So wird auch oftmals eine unbeliebte (vertragliche) Zusammenarbeit mit MS erzwungen, was wiederum den Verzicht auf manche Features (etwa auf die Interoperabilität mit MS-Konkurrenzprodukten) und/oder Lizenzgebühren zur Folge haben kann. Für Hardwarehersteller wäre deshalb als Zusatzprodukt ein speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Dateiformat von Nutzen. Durch die Übernahme dieses Formats könnten sie den betreffenden Dienst sofort nutzen (es wäre keine Anpassung des Dienstes nötig) und außerdem die Entwicklungszeit eines eigenen Formats sparen. Mehrere Hersteller, die alle dieses Format verwenden, wären dadurch untereinander direkt kompatibel. Diese Hardwarehersteller könnten dann pro Gerät eine Pauschale für die zeitlich befristete Nutzung des Dienstes durch ihre Kunden zahlen.

Die Hersteller von Konkurrenzsoftware haben dagegen ganz andere Probleme: Sie verkaufen bei immens kleineren Marktanteilen ihre Produkte zu einem kleinen Bruchteil des Preises von MS-Office und haben deshalb nicht die nötigen Ressourcen, gleichermaßen die Kernfunktionalität ihrer Software wettbewerbsfähig zu machen oder halten und außerdem gute Filter anzubieten (sofern sie daran ein Interesse haben). Die direkte Nutzung des betreffenden Dienstes brächte diesen Firmen zwei gewaltige Wettbewerbsvorteile: Das größte Markthemmnis, die schlechte Kompatibilität, fiele weg, und das Kernprodukt würde besser, da sich die Entwickler darauf konzentrieren könnten, weil sie sich nicht mehr um die Filterentwicklung kümmern müssen. Aus diesem Grund wäre es durchaus denkbar, dass auch Softwarehersteller eine Pauschale zahlten, die ihre registrierten Kunden einige Zeit lang zur Nutzung des Dienstes berechtigte.

Diese Entwickler sollten sich auf die relevanten Nutzenaspekte ihrer Produkte konzentrieren (um so erst zu einer ernsthaften Alternative werden zu können): Bedienungsfreundlichkeit, Stabilität, Geschwindigkeit/Ressourcenverbrauch, Kosten u.a. Mit immer komplexer werdenden Dokumenten ergibt sich hier ein Teufelskreis. Beileibe nicht für jede Anwendung ist die Funktionalität gefordert, die benötigt wird, um ein aktuelles MS-Dateiformat abzubilden. Trotzdem muss auch ein PDA dies beherrschen, was objektiv völlig unsinnig ist. Marktgerecht wären eine Differenzierung und Anwendungsfalloptimierung nach dem Funktionsumfang. So wäre auch eine genauere Positionierung unterschiedlicher Geräte möglich. Der Anwender fordert in einem bestimmten Umfeld eine bestimmte Funktionalität und bekommt auch genau diese - nicht mehr und nicht weniger. Der MS-Effekt erschwert dies erheblich. Schon hinsichtlich der Speicherkapazitäten kann der Rückgriff auf alte oder platzeffiziente Formate ein großer Fortschritt sein, wenn es um mobile Anwendungen geht. Über ein Webpad möchte man nicht eben mal 80 KB wegen eines kurzen Textes übertragen. Spätestens die Übertragung von Dokumentensammlungen scheitert so erbärmlich. Der Umstand, dass durch diese Entlastung (die Hersteller würden mit dem Diensteanbieter günstige Pauschalverträge schließen) bessere Konkurrenzprodukte auf den Markt kämen, würde praktischerweise die Nachfrage nach dem Dienst verstärken.

Ganz allgemein kann man sagen, dass Entwickler und Firmen sich durch die extreme „Standardisierung“ eingeengt fühlen dürften. Jegliche Innovation hat ihre Grenzen in der kompatiblen Integration ins bekannte Microsoft-Umfeld, was nicht immer mit vertretbarem Aufwand möglich oder überhaupt sinnvoll ist. Der betreffende Dienst dürfte also schon deshalb auf viele Fürsprecher stoßen, weil Entwickler für sich einen Spielraum für neue Produktansätze sehen, der bis dahin überhaupt nicht gegeben war. Auf einer individuell persönlichen Ebene mag dann noch hinzukommen, dass viele Entwickler, insbesondere die im universitären Umfeld, persönlich keine gute Beziehung zu Microsoft-Produkten haben und deshalb für davon freie Projekte besser zu motivieren sind.

Firmenwünsche

Eine Firma wünscht sich für ihre EDV auch nicht in erster Linie, dass sie von MS stammt. Relevant sind hier Eignung, Anschaffungskosten und laufende Kosten. Über die Eignung (=vor allem Dokumentenkompatibilität) ist diese Frage meist schon abschließend beantwortet. Es hält sich außerdem hartnäckig das Gerücht, dass der flächendeckende Einsatz von MS-Produkten die Schulungskosten senke. Rückt man mit seinem Blickwinkel etwas weiter von der gewohnten Situation ab, merkt man, dass es eigentlich nur darauf ankommt, dass die Mitarbeiter in einem ihnen möglichst vertrauten Umfeld arbeiten, was gegenwärtig in der Tat zumeist die eine oder andere Version von MS-Office sein dürfte. Solange der administrativ-technische Aufwand der Installation unterschiedlicher Produkte überschaubar bleibt, läge es aber im Interesse jeder Firma, dem einzelnen Arbeitnehmer das Produkt seiner Wahl (das er von zu Hause her kennt) zur Verfügung zu stellen, da der so (bei den niedrigsten Schulungskosten) die höchste Produktivität erreicht. Erfahrungsgemäß ist der Aufwand der Spezialisten, Software zu installieren und konfigurieren, geringer als der, die Anwender auf eine produktive Arbeitsweise zu schulen. Bei den Lizenzkosten kann die Firma ausgehend von MS-Office sowieso nur gewinnen, da es teurere Alternativen schlichtweg nicht gibt.

Die Kostenseite spricht ohnehin eine deutliche Sprache: MS-Office schlägt in den umfangreichen Versionen mit weit mehr als 1000 DM zu Buche, die kostenpflichtigen Alternativen liegen bei 100-400 DM (Applixware, Lotus, Corel; weitere, kleinere Firmen), StarOffice ist inzwischen kostenlos. Windows selber bringt es pro Rechner auf gut 200 DM, die Serverlizenzen umgelegt etwa auch. Hinzu kommen die TCO (Total Cost of Ownership), die nicht Software oder Hardware sind (wobei Linux-basierte Lösungen dank geringerer Hardwareanforderungen auch diese Kosten noch drücken könnten). Hier kursieren unterschiedliche Zahlen, aber sie haben gemein, dass Windows als teuerste Plattform gilt.

Die Masse der Bürorechner, die MS-Office beinhalten, dürfte kaum durch weitere Software an Windows gebunden sein, so dass die oben skizzierte Kausalkette in der Masse zutreffend sein dürfte (wird in einer Firma eine teure Spezialanwendung eingesetzt, liegt es ja sowieso in ihrer Wahl, auf welche Plattform sie diese entwickelt haben möchte). Der Unterschied zwischen einem "Microsoft-Rechner" und einem Konkurrenzmodell beläuft sich so schnell auf 2000 DM (Softwarelizenzen) pro "Updatezyklus" (also etwa zwei bis drei Jahre) plus die jährlichen Supportmehrkosten, die diese fehleranfälligen Produkte verursachen.

Wenn aber erst einmal die Kosten für ein Update entstanden sind, stellt sich eine natürliche Hemmung gegen den Umstieg auf ein Konkurrenzprodukt ein. Zudem lässt dieses sich schwerlich in der Produktionsumgebung testen, da schon der Datenaustausch mit den Kollegen beinahe unmöglich wird. Jeder Konkurrent hat folglich momentan immense Eintrittshürden zu überwinden, um sich überhaupt erst dem idealerweise entscheidenden Produktvergleich stellen zu können.



Der Markt

Segmente

Firmenkunden

Das wichtigste Marktsegment sind die Firmenkunden, da hier einige wichtige Beschränkungen zusammen- bzw. wegfallen:

Damit wären die Firmenkunden die Innovatoren bezüglich des betreffenden Dienstes, also die ersten Kunden, außerdem das umsatzstärkste Segment. Die kritischen Erfolgsfaktoren der Umsetzung betreffen daher diese Gruppe.

Privatkunden

Private PC-Nutzer sind in weitaus geringerem Maße dem Kompatibilitätszwang ausgeliefert; für sie geht es vor allem um Unannehmlichkeiten. Außerdem ist der Einsatz von Raubkopien zur Problemlösung sehr verbreitet. Ein weiteres Problem dürfte in einer nur allmählichen Adaption des betreffenden Dienstes durch die Masse der Nutzer resultieren: Sie müssen immer das Neuste und Tollste haben. Und als das gilt der Masse immer noch Microsoft Office (ähnlich wie Windows). Diese - objektiv kaum haltbare - Sichtweise dürfte bei vielen Nutzern eine Art psychologischer Selbstschutz sein: Man versteht wenig von der Materie, man hat keine andere Wahl - dann dreht man sich die Situation eben so hin, dass die eigene Position die bestmögliche ist... Perfektes Marketing. Dieses Hemmnis wird sich nur langfristig abbauen lassen, was um so schneller gehen dürfte, je größer der öffentlichkeitswirksame Schaden für Microsoft durch die Aktivitäten der betreffenden Firma ist.

Privatkunden sind es außerdem gewohnt, für Internet-basierte IT-Dienste nichts zu bezahlen, deshalb wird die Masse dies auch hier nicht tun. Ein realistisches Szenario ist, dass der Durchschnittsanwender den Dienst kennt und - sofern kostenlos - bei Bedarf in Anspruch nimmt. Ein kleiner Teil der privaten Anwender, nämlich der mit einem hohen Durchsatz an gemeinsam genutzten Dokumenten, wäre für ein kostengünstiges Angebot zu gewinnen. Sinnvoll erscheint hier eine Art Abonnement, also eine monatliche Pauschale, die ein recht hohes Nutzungsvolumen abdeckt.

Für die Privatkunden könnte aber eine Portalseite aufgebaut werden, die eine interessante Zielgruppe auf Produkte und Dienste von Drittanbietern redaktionell aufmerksam machen sollte, die thematisch zum betreffenden Dienst passen. Dies wären vor allem Informationen zu Konkurrenzprodukten von Microsoft Office, außerdem zu Linux (und anderen alternativen Betriebssystemen) im allgemeinen, Möglichkeiten eines unkomplizierten Umstiegs usw. Da auch bei nur kleinem Anteil der Zielgruppe die absoluten Nutzerzahlen in die Millionen gingen, wären hier durch Provisionen messbare Einkünfte zu erzielen, die keinen nennenswerten Aufwand bedingen.

Wirkliche Einnahmen wären mit Privatkunden wohl nur auf zwei Wegen zu erreichen: Ein kleiner Teil der Nutzer würde wohl für eine bessere als die kostenlose Dienstleistung auch bezahlen. Hier gäbe es eine breite Palette von Möglichkeiten, zwischen beiden Angeboten zu differenzieren (Umfang der unterstützten Formate, Anzahl der möglichen Umwandlungen pro Zeiteinheit, Geschwindigkeit der Umwandlung (sofort vs. Zusendung via E-Mail), Zugriffsmöglichkeiten auf das System (E-Mail, FTP, HTTP, JAVA), Verschlüsselung u.a.). Die andere Einnahmequelle wäre die Wiederherstellung unbrauchbar gewordener Dokumente. Wegen der damit für den Anwender verbundenen Probleme wären hier Preise von 50 DM und mehr pro Vorgang sicherlich durchsetzbar. Spätere Diversifikationen des Angebots würden weitere direkte Verdienstmöglichkeiten mit Privatkunden eröffnen, etwa über Preise für die Umstellung von einer Software auf die andere (Daten und Konfiguration von E-Mail-Software, Organizern usw.).

Softwarehersteller

(Weitere Informationen zu diesem Bereich im Kapitel „ausführliche Darstellung/zugrundeliegende Problematik/Entwicklerwünsche“.) Die Hersteller von konkurrierender Software und Programmen, die aus anderen Gründen Daten mit MS-Office austauschen müssen, haben natürlich kein großes Interesse daran, ständig neue Filter entwickeln zu müssen, weil dies Zeit kostet und so merkliche Zusatzkosten in der Entwicklung entstehen - Kosten, die Microsoft überhaupt nicht hat, denen zum Trotz das eigene Produkt aber dennoch viel billiger angeboten werden muss.

Aus diesem Grund wäre es vorstellbar, dass Firmen wie Sun, Lotus, Corel und vor allem die ganzen kleineren Anbieter es vorzögen, die eigenen Entwicklungskosten gegen eine geringere Pauschale pro Lizenz einzutauschen, die ihre Kunden berechtigte, eine Zeit lang den betreffenden Dienst zu nutzen.

Dies brächte den Firmen Wettbewerbsvorteile bei der Zeit bis zur Markteinführung, bei den eigenen Kosten und vermutlich eine Menge neuer Kunden, weil die Kompatibilitätsprobleme beim Umstieg wegfielen; außerdem erübrigten sich eventuelle diesbezügliche Vertragsbeziehungen zu Microsoft, deren Wegfall weitere Features (rechtlich) erst ermöglichen könnte. Wichtig für dieses Marktsegment wäre allerdings die rechtliche und faktische Sicherheit, nicht zu einem späteren Zeitpunkt ins technische Hintertreffen zu geraten.

Die hiermit erreichbaren Umsätze dürften in der Größenordnung der momentan für Filterentwicklung und die Überwindung sonstiger Kompatibilitätshürden aufzuwendenden Kosten liegen.

Hardwarehersteller

(Weitere Informationen zu diesem Bereich im Kapitel „ausführliche Darstellung/zugrundeliegende Problematik/Entwicklerwünsche“.) Auch die Hersteller kleiner tragbarer Computer (PDAs, Information Appliances, Organizer - wie auch immer) sind auf die Kompatibilität zu den Standardformaten angewiesen. Insofern gelten dieselben Überlegungen wie für Softwarehersteller auch für dieses Marktsegment. Hinzu kommt allerdings, dass diese Geräte noch unter Ressourcenbeschränkungen (Rechenleistung, Speicherplatz) zu leiden haben, was die Inanspruchnahme des betreffenden Dienstes für sie noch attraktiver machte.

vertragliche Bindung der Kunden

Bei der wichtigsten Zielgruppe, den Firmenkunden, ist zu befürchten, dass ein Teil der größeren Kunden vertraglich an Microsoft gebunden ist. Ich kenne derartige Verträge nicht, aber über geeignete Kontakte sollte sich dies relativ leicht in groben Zügen ermitteln lassen. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass diese Verträge übermäßig lange Kündigungsfristen haben. Dagegen sprechen die Schnellebigkeit der Branche, der Mangel an Notwendigkeit auf Seiten Microsofts - die haben bisher faktisch nicht zu fürchten, dass Großkunden abspringen - und der generelle Unwille von Firmenkunden, sich in unsicheren Bereichen lange zu binden.

Microsoft selber scheint aber gerade dabei zu sein, dieses Problem zu reduzieren, indem sie ihren Kunden jahresbezogene „Mietverträge“ für ihre Software anbieten.

Ein Teil des Problems löste sich aber schon im Wege der Durchführung: Einige Zeit vor der Marktreife, wenn die Entwicklung dieses Dienstes bekannt würde, würden die großen der potentiellen Kunden anfangen, sich Gedanken darüber zu machen, ob so etwas für sie in Frage käme. Von da an würde die Betreffende Firma vom „Microsoft-Effekt“ profitieren: Die entstehende Unsicherheit würde es Entscheidungsträgern erschweren, sich dann noch lange an Microsoft zu binden. Sollte Microsoft sich zu größeren Zugeständnissen genötigt sehen, wäre das immerhin ein deutliches Signal für den Markt und würde die Unsicherheit noch verstärken.

mediale Diversifikation

Nach erfolgreicher Markteinführung des Basisdienstes wäre die Entwicklung weiterer Dienste im Umfeld der Grundidee denkbar. Da dies kein Muss, sondern nur ein interessantes „Nice-to-have“ wäre, habe ich diese Beschreibungen in einem eigenen Kapitel hintenangestellt (im Anschluss an das Oberkapitel „ausführliche Beschreibung“). Ich verzichte hier auf eine Erörterung des wirtschaftlichen Potentials, da dessen Einbeziehung kaum ausschlaggebend für die eigentliche Durchführungsentscheidung sein kann. Ich möchte allerdings erwähnen, dass der technische Aufwand für die Folgedienste vergleichsweise gering wäre und deren Ankündigung bei der Markteinführung des Basisdienstes einige Kunden erst zum Wechsel überzeugen dürfte.

Größe

Softwareumsätze

Microsoft setzt laut SPIEGEL jährlich 3,6 Mrd. USD mit Win95/98, 2,1 Mrd. USD mit Win NT und spektakuläre 4,6 Mrd. USD mit Office um (Tendenz natürlich steigend). Da ein erklecklicher Teil der Windows-Lizenzen und die hier noch gar nicht berücksichtigten Backend-Produkte daran hängen und die Supportmehrkosten noch fehlen, summiert sich die Quasi-Monopolstellung von MS-Office auf jährliche Mehrausgaben von mehreren Milliarden USD (mindestens fünfzehn).

Wenn man den nötigen Anreizprozentsatz abzieht, bleibt immer noch ein Milliardenmarkt. Wenn eine Firma inklusive aller Umstellungseffekte statt 100.000 DM nur noch 60.000 DM pro Jahr für ihre direkt programmverursachten Posten zahlen muss, sollte sie diese Alternative dankbar annehmen, sofern die Risiken gering erscheinen.

Die Untersuchung von veröffentlichten Volumina von Vertragsabschlüssen mit Großkunden sowie der Bilanzen von Dienstleistern dürften mit recht geringem Aufwand eine brauchbare Eingrenzung des Marktvolumens ermöglichen. Ich halte es an dieser Stelle für unnötig, eine für die Ermittlung von Wirtschaftlichkeitskennzahlen ausreichende Genauigkeit vorzuweisen, da diese Zahlen zunächst einmal nur die Einsicht bewirken sollen, dass eine genauere Untersuchung des Vorhabens auch bei (zur Zeit ebenso) unsicherem, sehr hohem Investitionsbedarf auf jeden Fall lohnend ist.

Marktentwicklung

Marktwachstum

Es ist nicht absehbar, dass der Markt für den betreffenden Dienst in überschaubarer Zeit kleiner wird. Der Grund dafür liegt in den beiden Bedingungen für eine derartige Entwicklung: Es müssten entweder alle relevanten Hersteller durch die kompromisslose und ausschließliche Übernahme offengelegter, (ihnen) frei zugänglicher Formate selber die gewünschte Vereinheitlichung herbeiführen. Die 20-jährige Geschichte der Entwicklung derartiger Software zeigt, dass anscheinend nicht das kleinste Interesse auf Seiten der Verantwortlichen daran besteht; oder der Markt insgesamt müsste immens schrumpfen. Dies ist in Stückzahlen annähernd ausgeschlossen. Die einzige realistisch vorstellbare Entwicklung wäre eine massive Absenkung der oben vielfach ausgeführten Kosten, die mit der heutigen Situation verbunden sind. Da die Kosten des betreffenden Dienstes sich nach oben hin an diesem Wert orientierten, könnte die betreffende Firma irgendwann zu einer Anpassung gedrängt werden. Da sie selber aber das auslösende Moment für diese - unwahrscheinliche - Entwicklung wäre, wäre der Marktdruck wesentlich geringer als üblicherweise in einem solchen veränderten Marktumfeld.

Interessanter und vor allem relevanter ist daher die Betrachtung der Chancen. Immer mehr Menschen arbeiten mit Computern. Auf der einen Seite bekommen Kinder immer früher ihren ersten Rechner, den sie dank Internet auch nicht mehr nur zum Spielen nutzen, auf der anderen Seite wird auch die Generation, die dem gemeinen Vorurteil nach nichts mit Computern zu tun hat und haben will, durch das sich wandelnde Arbeitsumfeld - das auch mehr Rechner in die Firmen bringt - zum Umgang mit der Technik genötigt. Und natürlich nimmt in Schulen und Universitäten der Umgang mit Computern weiterhin zu. Die einzelnen Markt(unter)segmente unterscheiden sich zwar in dem Grad, wieviel sie mit Office-Software arbeiten und zu anderen Anwendern kompatibel sein müssen, aber generell ist in diesem Bereich nur Wachstum zu erwarten.

neue, kostenbewusste Marktsegmente

Es gibt in der Computerindustrie einen schon lange anhaltenden Trend zur Kostenreduktion und der dadurch ermöglichten Erschließung neuer Marktsegmente. Auch wenn dieser Trend sich bisher nicht durchsetzen konnte, ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Jahren einfache, auf den Anschluss ans Internet ausgelegte Rechner einen relevanten Marktanteil ausmachen werden. Die Hersteller dieser Geräte scheuen alle vermeidbaren Zusatzkosten - werden also bestrebt sein, auf Beigaben wie MS-Office oder gar Windows zu verzichten. Gerade für Internetterminals kommt ein Dienst wie der beschriebene in einem von Konstendruck beherrschten Segment als überlegene Alternative in Frage.

bessere Internetanbindungen

Die zunehmende Breitbandanbindung der Masse der Internetnutzer und die damit weitgehend einhergehende Verbreitung von Flatrate-Anbindungen erhöhen die Attraktivität eines Dienstes, der häufig und obendrein zu einen beträchtlichen Teil mit nicht vernachlässigbaren Anforderungen an die Bandbreite auf eine Internetanbindung angewiesen ist.

mobile Geräte

Mobile Computer unterhalb der Qualität von Notebooks erfreuen sich einer stetig wachsenden Beliebtheit, Verbreitung und teilweise auch schon Notwendigkeit. Im Kapitel „ausführliche Darstellung/Entwicklerwünsche“ wurde bereits deren Marktrelevanz für den betreffenden Dienst dargelegt. Vom Wachstum dieses Bereiches, das durch eine Nutzungsvereinfachung auf Grund der durch den Dienst weggefallenen Kompatibilitätsprobleme noch gesteigert werden könnte, würde die Attraktivität des Marktes noch gesteigert.

Sonstiges

Börseneffekte

Microsoft ist mit einer Börsenkapitalisierung von etwa einer halben Billion USD das gegenwärtig teuerste Unternehmen der USA. Dass dies nicht dem realen Wert entspricht, versteht sich von selbst. Grundlage dieser Bewertung sind die in dieser Größenordnung unerreichte Umsatzrendite von teilweise 45% und das Gottvertrauen der Anleger in den Ewigkeitsbestand der (gut ausbaubaren) Quasimonopole im Bereich Office-Software und Betriebssysteme. Wäre diese Goldgrube plötzlich technisch unbrauchbar gemacht (d.h., die Anwender könnten wechseln - ob und wann sie dies täten, müsste sich ja erst zeigen), hätte dies vermutlich verheerende Auswirkungen auf den Aktienkurs von MS, da die Folgeeffekte kaum absehbar wären. Die direkten monetären Folgen habe ich oben bereits angedeutet, aber durch seine Fähigkeit, Standards zu setzen und durchzusetzen, ist MS inzwischen ein sehr "politisches" Unternehmen geworden. Nach dem Prinzip "Fressen und gefressen werden" sahen sich viele Firmen bisher gezwungen, sich mit MS zu arrangieren. Das Aufbrechen ihrer technischen Machtmittel könnte somit etliche schlafende Hunde wecken, die plötzlich wieder die Möglichkeit sähen, mit MS ernsthaft zu konkurrieren. Meines Wissens arbeitet MS bei der Entlohnung seiner Mitarbeiter überdurchschnittlich stark mit Aktienoptionen - welch Wunder bei der Kursentwicklung. Ein tiefer, nicht nur vorübergehender Einbruch des Kurses könnte die bisherige Struktur der Firma ernsthaft gefährden, was wiederum die Kunden verunsichern und für Konkurrenzprodukte empfänglicher machen dürfte. Eine Spekulation gegen die MS-Aktie zum geeigneten Zeitpunkt dürfte zudem eine lukrative Geldquelle sein, sofern dies rechtlich zulässig wäre. Ich kenne mich in diesem Bereich nicht sonderlich aus, aber erste Recherchen deuten darauf hin, dass das Verbot von Insidergeschäften Konkurrenten und ihre Aktionen am Markt nicht betrifft.



Erfolgsfaktoren

Entwicklung

Die größte Hürde eines solchen Vorhabens - und gleichzeitig sicher auch der Grund dafür, dass ähnliches bisher nie versucht wurde - liegt in der technischen Herausforderung. Viele Firmen haben sich bisher mit dem Problem herumgeschlagen, Filter für andere Dateiformate für ihre eigene Anwendung zu entwickeln. Von außen lässt sich dazu nicht mit Sicherheit sagen, ob die Mangelhaftigkeit des Ergebnisses dabei in erster Linie auf technische Inkompetenz beziehungsweise Zeit-/Geldmangel oder aber auf mangelndes Interesse an einer wirklich guten Implementierung zurückzuführen ist (siehe auch Kapitel „fundamentale Missachtung der Anwenderwünsche“).

Reengineering

Das Kernproblem ist, dass die Anbieter von Office-Software ihre aktuellen Formate nicht offenlegen - aus verständlichen Gründen. Klärungsbedürftig ist außerdem, welche Reibungspunkte mit dem Urheberrecht aus dem für die Umsetzung des Vorhabens unerlässlichen Reengineerings entstehen könnten. Große Probleme sind hier aber nicht zu erwarten, da - wenn auch mangelhaft - die Konkurrenzfirmen seit 15 Jahren im Prinzip nichts anderes mit ihren Import-Export-Filtern machen. Bisher ist es so, dass die Dokumente nicht regelrecht verschlüsselt werden; die Nichtverwertbarkeit resultiert aus der „ganz einfachen“ Codierung von Formatierungen. Die Klartexte eines Dokuments lassen sich in den meisten Fällen sogar mit einem Editor relativ einfach extrahieren. In diesem Bereich wäre zumindest auf Seiten Microsofts mit Gegenmaßnahmen zu rechnen, sobald die Entwicklung des betreffenden Dienstes bekannt und ernst genommen würde. Dies beträfe zwar nur zukünftige Versionen ihres Office-Pakets, hätte aber zur Folge, dass dann erstmals - oder jedenfalls in wesentlich größerem Umfang - mit Reengineering des „erst recht“ urheberrechtlich geschützten Programmcodes gearbeitet werden müsste. Außerdem hat Microsoft durch das zugrundeliegende Betriebssystem zumindest theoretisch die Möglichkeit, dieses Reengineering für die eigenen Programme gezielt zu erschweren. Für beide Fälle hätten sie aber mit einem regelrechten Proteststurm und einem gigantischen Imageschaden (sowie eventuell politischen und rechtlichen Problemen, zumindest in Europa) zu rechnen, so dass Prognosen über ihre Reaktion auf jeden Fall unsicher sind. Vorteilhaft für das Schritthalten mit Änderungen am eigenen Dateiformat wäre aber, dass diese Änderungen nicht sofort bei Erscheinen der neuen Version in den eigenen Dienst implementiert werden müssten, sondern erst dann, wenn diese Version eine relevante Verbreitung im Markt erreicht hat, also nach einem halben bis einem Jahr. Es ist aber durchaus nicht unwahrscheinlich, dass durch die Einführung des beschriebenen Dienstes diese Zeitspanne drastisch anstiege, denn die Grundüberlegung ist ja, dass viele Office-Benutzer zu Konkurrenzprodukten wechseln würden. Diese fielen als Innovatoren also schon aus. Die OEM-Abdeckung würde wegen der Attraktivität des Dienstes ebenfalls zurückgehen. Als wesentlicher Faktor bliebe das dann wohl entstehende Misstrauen der verbliebenen Office-Anwender, ob sie sich durch einen verfrühten Umstieg nicht selber unverhältnismäßige Probleme schaffen würden. Zudem würde Microsoft es sich nicht leisten können, Betaversionen der nächsten Windows-Version mit einem anderen als dem späteren Dateiformat arbeiten zu lassen, weil dadurch jeder Betatest konterkariert würde. Somit würde die verfügbare Zeitspanne auf den Erscheinungstermin der ersten Alpha- oder Betaversion nach vorne ausgedehnt. Microsoft würde es vermutlich nicht schaffen, zu verhindern, dass die betreffende Firma frühzeitig in den Besitz dieser Software käme.

Für die erste Phase ist aber vorteilhaft, dass das MS-Office-Format kaum mehr Elemente als die Software selber Funktionen enthalten dürfte, weil diese dann zwangsläufig ungenutzt blieben - oder zumindest für unsere Zwecke unerheblich wären.

Kooperationen

Einige der übrigen Hersteller dürften durchaus ein Interesse daran haben, der betreffenden Firma ihre eigenen Formate zur Verfügung zu stellen (wenn vielleicht auch nicht unentgeltlich). Diese Firmen sind es ja, die von der Beseitigung der Kompatibilitätshürde am meisten profitieren würden. Dieser Gewinn dürfte die Schwächung der eigenen Position gegenüber den eigenen Altkunden - die dann ja auch relativ problemlos wechseln könnten - bei weitem übertreffen. Außerdem müssten sie damit rechnen, dass anderenfalls ihr Format auch ohne ihre Hilfe „geknackt“ würde - was sie in eine wesentlich schlechtere Position in späteren Verhandlungen über eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit brächte. Schlimmer noch: Da die Hauptzielrichtung des Dienstes MS-Office ist, wären beispielsweise alle StarOffice-Anwender schon zufrieden, wenn der Austausch zwischen ihrem Programm und MS-Office in der gewünschten Weise funktionierte. Eine Markteinführung zu diesem Zeitpunkt hätte also für MS-Office-Anwender die Folge, dass sie problemlos nur auf StarOffice wechseln könnten - mit womöglich fatalen Folgen für den Marktanteil und die OEM-Quote von etwa der Smartsuite oder Corel Office. Auch diese Aussicht dürfte den Kooperationswillen auf Seiten der Microsoft-Konkurrenz erheblich steigern. Nicht zu vergessen ist letztlich der beachtliche Vorteil, dass manche Software im Sourcecode offenliegt (StarOffice, KOffice), so dass hier kein Reengineering vonnöten wäre.

Der Weg der Wahl wäre also vermutlich der, erst mal die größten Probleme im Umgang mit MS-Office zu überwinden, und zwar so weit, dass die eigenen Resultate bei weitem besser sind als die der Microsoft-Konkurrenten. Anschließend sollte man an diese Firmen mit dem oben beschriebenen Anliegen herantreten. Eine gelungene Demonstration der eigenen Technologie dürfte dann für die nötige Gewissheit sorgen, dass selbiges auch mit ihren Formaten möglich wäre.

Personal

Problematisch ist angesichts der angespannten Situation auf dem IT-Arbeitsmarkt möglicherweise die Rekrutierung ausreichend fähiger Leute. Zu trennen ist bezüglich der Anforderungen zwischen zwei Projektphasen: Der Erstellung der Grundlagen und der späteren Einbindung einzelner Formate „in Serie“. Für den ersten Teil wird eine nur kleine Gruppe, dafür aber sicherlich herausragender Fachkräfte benötigt. Auf den von diesen erarbeiteten Grundlagen würde das Personal der zweiten Phase aufsetzen (siehe Vorgehensweise - nächster Paragraph). Die Anforderungen an diese Mitarbeiter gingen nicht über „ausführende Arbeiten“ hinaus, die zwar auf hohem Niveau stattfänden, aber nicht annähernd das zuvor geforderte Maß an Kreativität, Weitblick und wohl auch ein Stück weit Genialität erforderten. Nur in dieser zweiten Phase könnte der Zeitplan noch durch Personalmehreinsatz merklich verändert werden, weil durchaus zusätzliche Entwicklerteams parallel an der Einbindung anderer Formate arbeiten könnten. Allerdings wäre die Skalierung dann vermutlich schlechter, da die Betroffenen weniger auf den gewonnenen Erfahrungen aufsetzen könnten.

Weitere Personalressourcen würden - zu einem späteren Zeitpunkt - gebraucht, um einige eher konvetionelle Entwicklungsaufgaben wahrzunehmen, nämlich den Aufbau der eigenen Rechnerinfrastruktur und die Erstellung und Einbindung von Software, die die Kunden zum Zugriff auf das System nutzen könnten.

Vorgehensweise

Als technischen Ansatz für die Überwindung der heutigen Kompatibilitätsprobleme schlage ich folgendes vor:

Es sollte zunächst ein leicht und strukturell konsistent erweiterbarer Superset aller gegenwärtig verwendeten und für die überschaubare Zukunft erwarteten oder sogar angekündigten „Formatierungsbefehle“ gebildet werden. Dieser Superset diente als Basis für die Filter, die die unterstützten Dateiformate ineinander umwandeln könnten. Dies sähe im Ablauf dann so aus, dass keine direkten Umwandlungen ermöglicht werden, sondern alle Vorgänge den Umweg über den Superset nehmen. Für jedes unterstützte Dateiformat gäbe es genau zwei Filter: einen, der aus dem Format in den Superset übersetzen kann, und einen, der den umgekehrten Weg übernimmt.

Damit wäre allerdings ein großes Problem nicht aus der Welt geschafft: Die Formate unterscheiden sich voneinander nicht nur in der konkreten Codierung, sondern auch in ihrer funktionalen Mächtigkeit. Wenn ein Absatz blinkender Schrift in ein Format konvertiert werden soll, das keine blinkende Schrift kennt, gibt es ein unlösbares Problem. Es kann schlichtweg nicht gewährleistet werden, dass der Empfänger eines Dokuments mit der von ihm verwendeten Software auf die gesamte im Dokument enthaltene Information zugreifen kann. Dies würde voraussetzen, dass alle Programme dieselben Funktionen haben, was nicht der Fall ist. Das Problem ist aber nicht so groß, da Funktionen, die so speziell sind, dass ein aktuelles Alternativprogramm sie nicht unterstützt, selten verwendet werden dürften. In den meisten Fällen sollte es ausreichen, dass der Empfänger mit der für ihn darstellbaren Information versorgt wird.

Allerdings wäre erhebliche Unzufriedenheit beim Kunden vorprogrammiert, wenn durch die Bearbeitung beim technisch schlechter ausgestatteten Anwender alle für ihn unzugänglichen Informationen vernichtet würden. Im obigen Beispiel hieße dies: Er schickt ein Dokument zurück, das auch nach der Rückwandlung ins ursprüngliche Format keine Formatierungen für blinkende Schrift mehr enthält. Dies würde wohl unweigerlich zu Konflikten mit dem Absender des Dokuments führen. Vor allem wäre die für den Dienst geforderte Transparenz dahin. Die Lösung dieses Problems kann nicht beim Anwender liegen, denn seine Software kann die ihr unbekannten Formatierungen nicht im Dokument erhalten. Der betreffende Dienst kann diese Information auch nicht „aus dem nichts“ für die Rückwandlung gewinnen, um sie so einfließen zu lassen. Es bietet sich aber auch hierfür eine technische, sogar relativ einfache Lösung an:

Bei der Konvertierung eines Dokuments aus dem Superset in ein anderes Format ginge der Exportfilter jeden einzelnen formatierungsbefehl durch und würde notgedrungen prüfen, ob er diesen ins Zielformat übernehmen kann. Könnte er dies nicht, würde er die Information aber nicht einfach verwerfen, sondern sie, so gut es ginge, in eine Protokolldatei schreiben, die für jeden Konvertierungsvorgang angelegt würde. Den Informationsgehalt dieser Einträge kann man sich bildlich etwa wie folgt vorstellen: „Der Absatz xyz blinkt eigentlich, das kann das Zielformat abc aber nicht.“ Wenn das (möglicherweise) bearbeitete Dokument dann zurückkonvertiert würde, wüsste der Konvertierer, dass der fragliche Absatz im Zielformat blinken soll, und würde dies entsprechend berücksichtigen. Problematisch würde dies vor allem bei bearbeiteten Dokumenten, jedenfalls bei harten Formatierungen. Es wäre sicher nicht zu gewährleisten, dass in jedem Fall das gewünschte Ergebnis erzeugt wird. Diese grundsätzliche Problematik läge aber in der Software der Kunden begründet und nicht im Konvertierungsdienst. Denkbar wäre eine zusätzliche Warnfunktion mit Nachfrage und Auswahlmöglichkeit für den Anwender. Dies wäre insofern sehr unglücklich, als man gerade dies ja vermeiden wollte; der Dienst sollte ja transparent arbeiten, für niemanden wahrnehmbar sein, weil alles andere Verwirrung und Schulungsnotwendigkeiten zur Folge haben könnte. Statistisch wäre die Problematik aber wenig bedeutend, da der allergrößte Teil der erzeugten Dokumente unkritisch ist und selbst mit alter Software korrekt bearbeitet werden kann. Der beste Weg für die diesbezügliche Vorgehensweise würde sich wohl erst im Verlaufe der Entwicklung herauskristallisieren, wenn man einen guten Eindruck davon bekäme, um was für Fälle es hier eigentlich geht.

spezielle technische Probleme

Wirklich problematisch wären dagegen Funktionalitäten, die per se nur in bestimmten Umgebungen zur Verfügung stehen, also vor allem Technologien zum Datenaustausch zwischen Applikationen im laufenden Betrieb (wie OLE und ActiveX). Auch diese ließen sich prinzipiell übersetzen, die daraus resultierenden Probleme wären aber ungleich größer. Diese bestünden vor allem in der mangelnden Unterstützung durch die Zielumgebung (Anwendung, Betriebssystem), aber auch - da es hier nicht um Daten, sondern um Code geht - in der Fehlerhaftigkeit der existierenden Implementationen. Diese ist auf der anderen Seite ein Grund für die seltene Benutzung dieser Technologien durch den Durchschnittsanwender. Mit der Ignoranz dieses Problembereichs käme man aber wohl nicht aus. Denkbar wären verschiedene „Tricksereien“, wie etwa eine zumindest statische Einbindung von Daten über Grafiken oder die Bereitstellung geeigneter Zusatzsoftware, die zumindest die Anzeige dieser speziellen Daten, sogar im Dokument, ermöglichte. Dieses Problemfeld sollte in bezug auf Marktrelevanz und Lösungsmöglichkeiten besonders untersucht werden. Mir sind hier durch meine technischen Kenntnisse Grenzen gesetzt.

OLE, ActiveX

Bei der Umwandlung von OLE-Daten müsste genau wie für die isolierten Daten ein gemeinsamer Nenner gefunden werden. Auch wenn ich hierfür noch keinen Lösungsansatz präsentieren kann, ist doch ein inzwischen eingestelltes Projekt von IBM, Wordperfect und Apple in diesem Zusammenhang erwähnenswert: OpenDoc. Diese Technologie sollte die ganzen mit OLE verbundenen Probleme lösen, gelangte dann aber nicht mehr zur Marktreife. Meines Wissens haben diese Firmen den Sourcecode des damaligen Entwicklungsstands aber veröffentlicht; zumindest sind interessante Konzepte da. Es gibt in der Geschichte einige Beispiele dafür, dass kleine Programmierteams Aufgaben bewältigt haben, an denen vorher die IBM mit ihrem Riesenapparat gescheitert ist. Der Abbruch des Projekts OpenDoc muss daher nicht bedeuten, dass dessen Paradigma kein geeigneter Lösungsweg ist.

Scriptsprachen

Scriptsprachen haben ähnliche, aber kleinere Probleme als der OLE-Komplex. Hier böte sich aber ein zukunftsweisender Ausweg: Der heilige Gral der Plattformunabhängigkeit ist bekanntlich Java. Diese Technologie wird auf immer mehr Bereiche ausgeweitet. Ich halte es für denkbar, dass man die Möglichkeiten von Scriptsprachen auf einer Java-Basis vereinheitlicht. Dies hätte vor allem die Vorteile, dass eine große Entwicklergemeinde daran beteiligt würde, Softwarefirmen die Möglichkeit hätten, anstelle ihrer proprietären Scriptsprachen zukünftig dieses Java-Tool zu verwenden, und aus diesen Gründen viele Leute - auch die Open-Source-Gemeinde - bei der Weiterentwicklung behilflich wären. Da nur ein kleiner Teil der zu konvertierenden Dokumente anspruchsvolle Scripte enthält, stünde der wirtschaftliche Gewinn vermutlich in keinem guten Verhältnis zum Aufwand, wollte man dies komplett und proprietär in den eigenen Dienst integrieren.

Durchführbarkeit

Ein wichtiger Hinweis zu diesem Kapitel (Entwicklung): Ich bin kein Entwickler und habe auch nie an der Grenze des technisch Möglichen mit Office-Anwendungen gearbeitet. Die oben dargestellten Gedanken stellen meinen persönlichen Wissensstand und das Ergebnis von Diskussionen mit einigen Informatikern dar. Das Ganze Vorhaben steht deshalb, auch wenn ich diesbezüglich sehr zuversichtlich bin, unter dem Vorbehalt der technischen Realisierbarkeit. Dieses Risiko sehe ich vor allem in den beiden oberen Paragraphen über Scripting und OLE.

Meine Möglichkeiten, diese Ideen einer fachlich fundierten Überprüfung zu unterziehen, sind sehr begrenzt. Obwohl ich mir seit Anbeginn meiner Planungen über diese Notwendigkeit im klaren bin, hat sich in diesem Bereich wenig getan. Mein Wunsch wäre es deshalb, dass ein interessierter Investor im Vorfeld weiterer Planung die nötigen Beträge in eine Art Gutachten von Fachleuten zu investieren, die die Erfolgschancen abschätzen und die kritischen Probleme eingrenzen sollten. Es ist ja durchaus denkbar, dass dieses Projekt begonnen wird, auch wenn die Implementation eines OLE-Konverters als äußerst kritisch angesehen würde - weil de wirtschaftliche Erfolg auch ohne diesen Bereich erwartet wird.

Kundengewinnung

Nutzungsanreiz

Für Firmen- und Privatkunden wären theoretische Vorteile alleine kaum ausreichend, um sie zu einer Nutzung des Dienstes zu bewegen. Das dominante Problem auf Seiten der Privatanwender dürfte sein, dass die meisten von ihnen nicht mit den echten Kosten von MS-Office bei der Vorteilhaftigkeitsabwägung kalkulieren, sondern bei Bedarf einfach eine Raubkopie dieser Software nutzen. Damit zeichnete sich für diese Nutzer kein finanzieller Vorteil durch die Nutzung des betreffenden Dienstes ab. Bei Firmen ist das Problem eher da zu sehen, dass sie für ihr eigenes Überleben unbedingt auf eine funktionierende EDV angewiesen sind. Es muss daher der Anreiz groß genug sein, sich überhaupt mit einer solchen Option auseinanderzusetzen. Ein Kostenvorteil von fünf Prozent wäre sicher nicht ausreichend. Nach Erreichung der zweiten Marketingphase, dem Wecken des Interesses beim potentiellen Kunden, müssen alle seine Bedenken ausgeräumt werden. Hier dürfen keine Fehler gemacht werden. Technische Probleme, etwa verursacht durch eine aus Marketinggründen verfrühte Produkteinführung wärend voraussichtlich fatal. Bei den Entscheidern muss langsam das nötige Vertrauen aufgebaut werden. Dies setzt vermutlich eine sehr liberale Informationspolitik, einen (sehr) offenen Betatest und eine Menge persönlicher Kontakte (auf Messen u.ä.) voraus. Die Hauptprobleme schildere ich im folgenden.

Nutzungshemmnisse
Raubkopien

Unwissentlich tut Microsoft alles, um der betreffenden Firma bei der Akquise von Privatkunden das Leben zu erleichtern: Aus ihrer Sicht verständlicherweise bemühen sie sich darum, die exzessive Raubkopiererei im Windows-Markt einzudämmen. Spätestens, wenn fast jeder Anwender über eine Standleitung oder zumindest eine Flatrate verfügt, wird es mit der illegalen Nutzung von (nicht nur) Microsoft-Produkten weitgehend vorbei sein. Dies zeichnet sich durch die Registrierungszwänge bei heutigen (in Nord- und Südamerika) und zukünftigen Office- und Windows-Versionen (global) ab. Microsoft hat inzwischen keine Abwanderung der breiten Masse mehr zu befürchten. Da die Anwender auf Windows und Office angewiesen sind, kann Microsoft sie auch zu technischen (und - rein praktisch - auch finanziellen) Unannehmlichkeiten zwingen.

Damit ändert sich aber für viele Anwender die Situation; manch einer sieht sich dann erstmals der Frage ausgesetzt, ob er wirklich 900 DM für diese Software auf den Tisch legen soll - oder nicht besser auf ein Alternativprodukt umsteigt. In der Vergangenheit wären für den Basisdienst nur die zahlenden Nutzer in Frage gekommen. Das Vorhaben wird nicht nur dadurch interessanter, dass dieses Marktsegment nun schlagartig größer werden wird, sondern auch dadurch, dass viel Bewegung in den Markt - und die Köpfe der Nutzer - kommt. Diese Umstellung wird in der Piraterie-lastigen Softwarewelt einer kleinen Kulturrevolution gleichkommen. Dadurch dürften viele Anwender auf der psychologischen Seite für das betreffende Angebot empfänglicher werden.

Verfügbarkeitsanforderungen

Zumindest für die kleineren Kunden (auch Firmen) würde der betreffende Dienst über das Internet abgewickelt (für Details dazu siehe Paragraph „Vertrieb“, weiter unten). Je nach technischer Ausgestaltung könnten die Kunden nur bei funktionierender Anbindung an den Dienst neu eingegangene Dokumente lesen, erstellte Dokumente verschicken oder gar auch alte eigene Dokumente lesen. Selbst die harmloseste dieser Varianten ist derart kritisch, dass die Kunden hier nur minimale Ausfälle akzeptieren würden.

Dies stellt höchste Anforderungen an die Betriebsstabilität der auf Dienstseite verwendeten Hard- und Software sowie der Internetanbindung. Diese muss schnell, redundant und gegen alle Widrigkeiten des Internet (DoS usw.) gewappnet sein. Für den Kunden zählt aber nicht die technische Leitung der betreffenden Firma, sondern allein das Ergebnis für sich selber. Mit der Funktionstüchtigkeit des Dienstes ist aber noch lange nicht gesichert, dass der Kunde keine Probleme mit dem Zugriff hat. Eine mangelhafte Internetanbindung seiterseits reichte völlig aus, um das ganze Konzept zum Stillstand zu bringen. Diese Mangelhaftigkeit wäre zwar heute schon bedauerlich - aber heute könnte der Kunde damit noch lange leben, bei der Nutzung des Dienstes nicht mehr. Neben dem ganzen Aufwand, sich damit überhaupt zu beschäftigen, der wegen der grundsätzlichen Bedeutung wohl noch vermittelbar wäre, kämen also vor allem Kosten hinzu. Das Marketingproblem liegt nun darin, dass der Kunde - unsachgemäßerweise - diese Kosten eventuell der Benutzung des Dienstes zuschlägt und das Angebot deshalb als unrentabel verwirft. Aus diesem Grund läge es massiv im Interesse der betreffenden Firma, Informationsmaterial und kostengünstige Lösungsmöglichkeiten für solche Firmen (bzw. die üblichen technischen Installationen) bereitzuhalten. Dazu können eine Software gehören, die sich bei Bedarf über eine normale Telefonleitung bei einem anderen Internetanbieter einwählt; das Problem ausfallender Telefonanschlüsse wäre wohl nicht mehr zu handhaben, aber das ist meines Wissens zumindest in Deutschland inzwischen irrelevant.

Die Sicherstellung der Verfügbarkeit und auch die Entwicklung geeigneter Lösungen für die eben beschriebenden Kunden wären aber klassische Aufgaben, die unproblematisch zu bewältigen wären. Auf Grund der möglichen und wünschenswerten dezentralistischen Struktur würde eine kleine, erst allmählich mit den steigenden Kundenzahlen erweiterte Infrastruktur kostenmäßig wohl recht gut skalieren. Damit stellten die doch erheblichen, hier anfallenden Kosten kein Investitionshindernis dar, da sie, sich selber direkt refinanzierend, durch das operative Geschäft verursacht würden. Wichtig wäre aber die Sicherstellung der zeitlich bedarfsgerechten Expansionskapazität, was andererseits keine große Herausforderung wäre.

Beständigkeit und Zukunftssicherheit

Damit eine Firma - erst recht die interessanten Großkunden mit tausenden von Arbeitsplätzen - sich für den Umstieg auf ein derart revolutionäres System entscheidet, muss sie angesichts des sowieso bei der Einführung, aber vielmehr noch des im Falle des Scheiterns anfallenden Aufwands absolut sicher sein, dass es sich bei dem Vorhaben um kein kurzlebiges Experiment irgendeines überschätzten Internet-Startups handelt. In diesem Bereich wäre die betreffende Firma extrem angreifbar gegen einen gerne mit den Machenschaften von Microsoft in Verbindung gebrachten Effekt, den die Szene als „FUD“ bezeichnet. Dies steht für „Fear, Uncertainty and Doubt“ und entspringt der Beobachtung, dass Microsoft - wie natürlich auch andere Firmen, aber bei ihnen fällt es besonders auf (und klappt vielleicht aus besonders gut) - Konkurrenzprodukte gerne mit Andeutungen über technische Probleme, eigenen Gegenmaßnahmen und vor allem großspurigen (oft haltlosen) Ankündigungen über das sehr baldige Erscheinen eines sehr überlegenen, eigenen Produkts (sogenannter „Vaporware“) in Misskredit bringt.

Diesen durchaus berechtigten Bedenken gegen den dauerhaften Bestand der betreffenden Firma müsste von vorneherein massiv entgegengewirkt werden - immerhin geht es um eine Art wirtschaftliche Kriegserklärung gegen eine milliardenschwere, politisch einlussreiche und für ihre unlauteren Geschäftspraktiken bekannte Firma. Geeignete (und zum Teil schlichtweg notwendige) Maßnahmen wären die sehr überzeugend ausreichende Kapitalausstattung der betreffenden Firma sowie Kooperationen mit möglichst großen und bestandssicheren Firmen, die einen gleichzeitigen Betrieb des Dienstes durch sie oder wenigstens eine Übernahme im Fall wirtschaftlicher Probleme mit einer Bestandsgarantie gegenüber allen Kunden vorsehen. Dazu gehörten auch möglichst viele möglichst großvolumige Verträge mit OEMs, Softwarehäusern, Hardwareherstellern u.a., die zur Markteinführung präsentiert werden können und so eine rasche Verbreitung und einen großen Kundenstamm für alle Marktteilnehmer ersichtlich sicherstellen.

Für die Kunden wäre eine gewissermaßen luxeriöse rechtliche Absicherung gegenüber der betreffenden Firma eine weitere Voraussetzung, um sich auf diesen Weg einzulassen. Man käme wohl nicht um die Zusicherung drastischer Vertragsstrafen für den Fall (temporär) nicht mehr gegebener Verfügbarkeit des Dienstes herum.

Ein eher psychologisches Problem wäre die Beruhigung der potentiellen Kunden, dass das System nicht nur zur Markteinführung funktioniert, sondern auch „ewig“ danach. Bedenken wären hier, dass neue Dateiformate oder Technologien in der Art von Scripting und OLE das technische Know-How der betreffenden Firma schlichtweg überfordern und die vorausgesetzte, abstrakte Kompatibilität nicht mehr gegeben wäre oder erst nach zu langer Zeit (nach der Markteinführung der neuen Software). Je überzeugender die dann vorhandene Technik, je brillianter die Überwindung der Probleme und je größer diese Probleme selber dann wären, desto geringer wäre die Sorge der Marktteilnehmer, dass zukünftige Muss-Herausforderungen nicht gemeistert werden könnten. Einen Beitrag in dieser Richtung könnte die zur Markteinführung des Basisdienstes erfolgende Ankündigung der anstehenden Erweiterungen leisten.

Datensicherheit

Jede Firma wird zunächst erhebliche Bedenken haben, ihre Daten übers Internet zu verschicken oder auch nur das Internet in die Bearbeitung der Daten einzubeziehen. Für einen ausschließlich bei der betreffenden Firma eingerichteten, Server-basierten Dienst sprechen zwei Gründe: Die zu entwickelnde Software wäre derart wertvoll, dass das Risiko, dass der Code nach außen dringt und so zur Grundlage von Raubkopien oder - schlimmer - Konkurrenzprodukten wird, minimiert werden müsste. Außerdem bliebe auch diese Firma nicht von regelmäßigen Updates verschont. Um sich schlechte PR zu ersparen, die durch Probleme beim Kunden verursacht wurden, sollte der Updateweg möglichst frei von potentiellen Fehlerstellen sein. Beides würde wirksam dadurch erreicht, dass der Code nur auf den Server der betreffenden Firma läge. Unkritisch wäre die Datensicherheit bei Großkunden, die dedizierte Server in ihrem Netzwerk aufstellen würden.

Die Sicherheit der Kundendaten würde auf zwei unabhängigen Wegen gewährleistet: Einerseits durch die kryptographische Sicherung der IP-Verbindung. Hierfür wäre die Firewall des Kunden entsprechend zu modifizieren. Damit dies aufwandminimal gelingt, wären die entsprechenden Anpassungen für die weitestverbreitete Firewallsoftware bereitzuhalten. Alternativ könnte ein spezielles Netzwerkgerät angeboten werden, das als Proxy fungiert: Das Gerät würde als Zielserver für die Arbeitsstationen oder Fileserver konfiguriert und würde dann alle Pakete verschlüsseln und dann zum eigentlichen Server des Diensteanbieters weiterleiten. Diese Vorgehensweise erforderte vermutlich geringere Eingriffe ins System des Kunden. Ein solches Gerät müsste für wenige hundert Mark zu produzieren sein.

Der zweite, gänzlich unterschiedliche Ansatz zum Schutz der Kundendaten wäre der, diese Daten gar nicht über das Internet zu übertragen. Diese paradox anmutende Forderung erklärt sich folgendermaßen: Nicht die Daten im eigentlichen Sinne wären ja von den Konvertierungen betroffen, sondern lediglich die Formatierungen bzw. deren Codierung. Es wäre also völlig ausreichend, die Formatierungen rauszusenden, umwandeln und zurücksenden zu lassen. Auf dem Arbeitsrechner oder Server des Kunden könnte ein Parser installiert werden, der die Dokumente in Inhalt (Daten) und Formatierungen aufteilt, bevor diese übertragen werden. Es würden dann nur die Formatierungsdaten übermittelt, die für einen Angreifer reichlich uninteressant wären - könnte er sie denn decodieren. Was ist schon gewonnen, wenn man weiß, dass der Konkurrent gerade einen fünfseitigen Brief geschrieben hat, aber weder Inhalt noch Adressat bekannt sind? Auch der Diensteanbieter bekäme so nur die Formatierungen zu sehen, so dass jedwedes Misstrauen gegenüber dieser Firma im Ergebnis unnötig wäre. Gegenüber äußerst sicherheitsbedürftigen Kunden wäre allenfalls nachzuweisen, dass wirklich nur Formatierungsdaten übermittelt werden. Vielleicht ist dies irgendwie in praktikabler Weise möglich.

Auf dem Rechner des Kunden müsste dann zwar eine Software installiert werden, die zur Trennung der Daten von den Formatierungen in der Lage ist - die dann zwangsläufig eine große Menge Know-How enthielte - und außerdem die Daten lokal gegebenenfalls noch leicht modifizieren müsste, bevor sie entsprechend den Vorgaben, die die zurückgesendeten Daten enthalten, in den Formatierungsstrom eingefügt würden; diese Herausgabe von Code wäre allerdings zu verschmerzen, da mit dieser Funktion alleine wenig anzufangen wäre. Allenfalls würde bestimmten Firmen die Entwicklung von Maßnahmen erleichtert, die die Konvertierung ihrer Dokumente erschwerte.

Dieser Ansatz wäre unbrauchbar für die Reparatur defekter Dokumente und die Konvertierung von Dokumenten, deren Format die beim Kunden installierte Version des Parsers nicht kennt. Ein Updateproblem ergäbe sich also auch hier, aber das beträfe wohl nur die Signaturdateien (für die Formatierungserkennung), die sehr leicht automatisch aktualisiert werden könnten (leichter als Programmcode). Insgesamt erscheinen diese Fälle harmlos.

Es wäre noch zu prüfen, inwieweit durch die gezielte Generation kaputter Dokumente Schwachstellen des Sicherheitssystems aufgespürt werden könnten, aber da die heutigen Verschlüsselungsverfahren bei hinreichender Schlüssellänge als sicher gelten, wäre das Risiko eines direkten Einbruchs beim Kunden weitaus höher.

Transparenz

Ganz wichtig für die Akzeptanz und wirtschaftliche Vorteilhaftigkeit des Systems wäre eine für die Benutzer transparente Integration in das jeweilige IT-System. Der Benutzer sollte von der Einführung der neuen Technik zumindest durch seine Arbeitsabläufe gar nichts merken, weil Umstellungen aller Art für die technisch wenig bewanderten Mitarbeiter des Kunden grundsätzlich aus vielerlei Gründen zu vermeiden sind.

Auf der einen Seite ist dies ohne große Probleme zu erreichen, nämlich bei der Aufbereitung von Daten für den Kunden. Es wäre bekannt, mit welcher Software der Kunde arbeitet, und für diese Anwendung müssten die Dokumente im nativen Format angeliefert werden. Relativ einfach wäre es bei Installationen, bei denen die Benutzer Daten nur zentral auf einem Fileserver speichern können. In diesem Fall würde einfach auf dem Server ein Dämon installiert, der alle eingehenden Dateien automatisch zum Konvertierungsserver schickte und dann nur im benötigten Format ablegte. Etwas schwieriger, aber dennoch unproblematisch machbar wäre es, wenn alle Mitarbeiter unterschiedliche Software benutzen dürften. Ansätze wären hier, platzverschwendend alle Dateien in allen benötigten Formaten gleichzeitig abzulegen und zu verhindern, dass zwei Versionen gleichzeitig von Benutzerprozessen geöffnet werden, oder die vom jeweils gerade anfragenden Benutzer verwendete Software zu ermitteln und durch Tricksereien die gerade benötigte Variante zurückzuliefern (was am ehesten Performaceprobleme zur Folge hätte).

Eine Herausforderung ist schon eher der Versand von Dokumenten. Hier ist nicht standardmäßig bekannt, was gefordert ist. Der Mitarbeiter weiß dies auch nicht unbedingt (chronische Verwirrung bei Techniklaien) und musste dies vor allem früher nie angeben. Hier bieten sich zwei Ansätze an. Der einfachere wäre, irgendwo zu protokollieren, was das Ausgangsformat eines Dokuments war. Dies wäre in den Protokolldateien der Konvertierung problemlos unterzubringen. Die Herausforderung besteht eher darin, auf Seiten des Fileservers sicherzustellen, dass nach allen möglichen Umbenennungen, Kopien und Löschungen immer noch jedes Dokument seine Protokolldatei hat. Diese Aufgabe hat mit der Formatkonvertierung nichts zu tun. Hier geht es nur darum, welche Möglichkeiten einem die unterschiedlichen Serverbetriebssysteme geben. Hier wäre also entwicklungsseitig gefordert, für jede relevante Plattform die geeigneten Tools mit möglichst problemloser Installation und Konfiguration bereitzustellen. Dies sollte aber relativ wenig Arbeit sein. Die geradezu politisch wünschenswertere Lösung sähe dagegen so aus, dass man dem Empfänger eines Dokuments die Wahl lässt, welche Variante er haben möchte. Hierzu müsste natürlich irgendein Serverdienst konfiguriert werden. Statt der eigentlichen Datei könnte dem Empfänger eine HTML-Seite mit Link auf die Serverseite zugesandt werden, auf der dem Empfänger dann alle verfügbaren Formate zur Auswahl und zum anschließenden Download angeboten würden. Zugegebenermaßen wäre dies etwas aufwendiger, aber eventuell durchaus im Sinne des Adressaten.

Bei beiden Ansätzen wäre die technische Herausforderung, serverseitig zu erkennen, ob das Office- oder das Mailprogramm gerade eine Datei laden will, weil danach entschieden werden müsste, welche Variante geliefert wird. Bei minimaler Kooperation der Benutzer oder der Verwendung eines Server-basierten Mailsystems wäre dies kein Problem: Den Benutzern könnte die gesamte Verzeichnishierarchie in zwei Versionen angeboten werden: interner Gebrauch und externer Gebrauch. Dies wären die beiden Top-Level-Hierarchien. Je nachdem, ob sie ein Dokument lesen bzw. bearbeiten oder aber versenden wollen, würden sich die Nutzer das Dokument über den ansonsten identischen Pfad aus der einen oder der anderen Hierarchie holen. Sofern der Kunde eins der verbreiteten Mailsysteme benutzt, ließe sich durch etwas Mehraufwand auch diese letzte Intransparenz für den Benutzer eliminieren: Es könnten irgendwo im lokalen Netzwerk die E-Mails mit Attachment abgefangen werden. Dabei könnten dann die Dokumente gegen die korrekt konvertierten ausgetauscht werden.

Insgesamt sollte die Umstellung auf ein derartiges neues System auf für nur mäßig begabte Anwender eine Kleinigkeit darstellen. Der kritischere Part wäre sicher die Unterstützung diverser (Betriebssystem-)Umgebungen, vor allem für die File- und Mailserver.

Einflusspersonen / Informationsmangel / Vertriebsprobleme

Leider ist es auch in der Softwarebranche nicht so, dass es ausreichte, ein gutes Produkt anzubieten. Die Markttransparenz scheitert schon an der mangelnden technischen Qualifikation der meisten Marktteilnehmer. Die wenigsten potentiellen Kunden (vom IT-Personal der Firmenkunden abgesehen) wären in der Lage, nach nüchterner Kenntnisnahme der neuen Fakten eine sachgerechte Würdigung ihrer ganz individuellen Sutiation vorzunehmen. So wie die meisten Anwender sich haben einreden lassen, sie bräuchten Windows und MS-Office, werden sich viele von ihnen einreden lassen, sie müssten auch dabei bleiben. Fakten spielen dabei erfahrungsgemäß eine untergeordnete Rolle, weil die Masse der Anwender - sich unterbewusst sicherlcih über ihre Unkenntnis im klaren - nach einfachen Erklärungsmustern sucht, ohne das Bedürfnis nach einem wissenschaftlichen Vorgehen zu haben. Auch haltlose Behauptungen von „Bekannten“ oder bestimmten Presseorganen nehmen viele Nutzer „dankbar“ auf. Hier ist das gigantische Image von Microsoft nicht zu unterschätzen.

Man sollte sich daher darauf einstellen, dass es ein langer Prozess wäre, die Masse der Anwender zu erreichen. Es sollte von geeigneten Marketingexperten rechtzeitig erörtert werden, wie eine Marktstellung wie die von Microsoft in einem psychologielastigen Markt überhaupt angegriffen werden kann.

wachsende Unbeliebtheit von Microsoft-Produkten

In den letzten Monaten und Jahren hat sich wiederholt herausgestellt, dass es nicht unproblematisch ist, auf Lösungen von Microsoft zu setzen, selbst wenn diese so funktionieren, wie sie sollen. Dies fängt bei Windows und der unseligen Verstrickung von Betriebssystem und Anwendungssoftware an und hört bei im Grenzbereich der Legalität liegenden Manipulationen auf. Microsoft stellt für die Windowsversionen für die „private, nicht wirklich professionelle Nutzung“ keine Servicepaks bereit. Fehlerberichtigungen des Betriebssystems gibt es in Form einzelner Patches zum Herunterladen von Microsofts Webservern oder integriert in später auf den Markt geworfene Versionen von z.B. MS-Office. Auch die undurchsichtige Integration des Internet-Explorers, die schon Gegenstand eines Gerichtsverfahrens ist, zeigt, dass man bei Windows schnell genötigt wird, nicht nur das Betriebssystem von Microsoft zu benutzen.

Durch die unsichere Struktur des Internet bekommt Kryptographie eine immer größere Bedeutung. Durch einen peinlichen Fehler wurde bekannt, dass Das Kryptosubsystem von zumindest Windows NT eine Variable enthält, deren interne Kennung auf eine Verflechtung mit dem amerikanischen Abhörgeheimdienst NSA hindeutet. Bis heute steht die Befürchtung im Raum, dass es der NSA möglich ist, durch spezielle Vorkehrungen die Sicherheitsmechanismen von Windows NT / 2000 zu überwinden. Da Microsoft natürlich nicht die Quellcodes offenlegt, wird dies nie wirklich überprüfbar sein.

Der Programmierer des bekannten Makroviruses Melissa wurde vom FBI nur deshalb gefasst, weil Microsoft - und das war offensichtlich selbst in Hackerkreisen unbekannt - alle mit MS-Office erstellten Dokumente mit einer eindeutigen Kennung versieht, die dank Einbeziehung der MAC-Adresse der Netzwerkkarte in vielen Fällen die Rückverfolgung eines Dokuments zu seinem Urheber erlaubt. Ebenso wurden Microsoft und ein anderer Hersteller von Audio-Software überführt, dass sie Daten über das Nutzungsverhalten der Programme (das Abspielen von Musikstücken) ohne Nachfrage über das Internet von den Rechnern der Benutzer an ihre eigenen Server übermitteln lassen.

Zur Markteinführung von Windows 2000 gab es eine Aufsehen erregende öffentliche Diskussion über die Sicherheitrisiken, die damit verbunden sind, dass Microsoft Programme, die sehr weitgehende Rechte im System haben, von Fremdfirmen - hier der Firma eines bekennenden Scientology-Mitglieds - einkauft. Nicht einmal dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurde zur Klärung der Problematik Einblick in die Quellcodes gewährt.

Diese Einzelfälle zeigen, dass es gute Gründe gibt, dem Einsatz von Microsoft-Produkten kritisch gegenüberzustehen. Und es gibt wohl keinen Grund, anzunehmen, dass alle „Ungereimtheiten“ bekannt geworden seien. Diese Umstände dürften eine wachsende Gruppe von Anwendern allmählich dazu bringen, sich den Umstieg auf eine Alternative zu wünschen. Da dieser regelmäßig von den bekannten Kompatibilitätsproblemen behindert wird, wäre diese Entwicklung für die betreffende Firma nur vorteilhaft.

Vertrieb

klassische Softwarevertriebskanäle problematisch

Der Vertrieb dieses Produktes wäre nicht unproblematisch. Zumindest die (Windows-)Privatkunden würde man kaum ohne die Hilfe der klassischen Absatzkanäle erreichen. Über die Linux-Distributoren dürfte dies relativ problemlos möglich sein. Bei den Softwarevertriebskanälen wäre aber vermutlich problematisch, dass anders als bei fast allen anderen Produkten am Markt kaum Aussichten auf Folgeumsätze bestünden. Der Kunde würde das Produkt erwerben, aber nie ein Update und auch keine neuen "Vollversionen" für neue Rechner benötigen, da der Dienst als Abonnement organisiert wäre, dessen Umsätze alleine an den Anbieter gingen. Dies minimierte im Zeitverlauf den Umsatz, den ein Absatzmittler mit der Vermittlung des Dienstes, also wohl dem Verkauf eines „Startpakets“ tätigen könnte. Das große Vertriebsproblem im Bereich der Privatkunden könnte daher werden, dass die Absatzmittler kein Interesse am Vertieb dieses Produkts haben. Dies könnte wegen der hohen Beeinflussbarkeit von Privatkunden durch Händler das Kaufinteresse nachhaltig negativ beeinflussen. Dass die gesparten Gelder dann teilweise mit anderen Produkten umgesetzt würden, wäre für Händler mit ihren relativ konstanten Deckungsanteilen wohl nur ein geringer Trost. Der komplette Verzicht auf den Direktvertrieb nach dem Abonnementprinzip wäre aber wirtschaftlich wohl auch nicht sinnvoll.

Bundlingverträge mit OEMs

Ein prinzipiell interessanter, weiterer Vertriebskanal wären Bundlingverträge mit OEMs. Dies wäre auch aus der Marketingperspektive wünschnswert, weil zumindest die Verbreitung des Produkts so stark gefördert würde. Die OEMs würden eine in der Anfangsphase sehr geringe Pauschale für jeden Rechner zahlen, die den Kunden dann zur befristeten Nutzung des Dienstes berechtigte. Problematisch daran wäre wohl vor allem, dass die OEMs auf gute Beziehungen zu Microsoft angewiesen sind, die dadurch wohl - gelinde gesagt - gestört würden. Vielleicht würde dieses Manko aber durch die Kostenersparnis ausgeglichen, die sich durch den Austausch von MS-Office gegen z.B. StarOffice auftäte.

Vermittlung durch ISPs

Recht aussichtsreich dagegen dürften Kooperationen mit großen ISPs sein. Die Internet-Provider haben prinzipiell ein großes Interesse an allen internetlastigen Diensten, vor allem dann, wenn diese neu sind und keine alten Dienste substituieren. Die ISPs könnten diesen Dienst selber auf Provivionsbasis anbieten. Dies hätte für den Kunden Performance- und für die betreffende Firma Kostenvorteile, weil bei den großen ISPs eigene Server aufgestellt würden, die dann von den Kunden dieses ISPs trafficminimal und mit hoher Geschwindigkeit angesteuert werden könnten. Auf diese Weise hätten die ISPs gleich ein doppeltes Interesse an der Vermittlung der Nutzung dieses Dienstes.

Vertrieb an Firmenkunden über IT-Dienstleister

Im Bereich des Vertriebs an Firmenkunden wären IT-Dienstleister als Absatzmittler ein aussichtsreicher Vertriebskanal. Diese Firmen leben von der Umstellung von Netzwerken und hätten deshalb ein großes Interesse daran, durch die Aussicht auf die mit der Nutzung des betreffenden Dienstes verbundenen Vorteile ihre Kunden erst zur Inanspruchnahme ihrer eigenen Dienstleistungen zu motivieren.

Nutzungswege

Für jedes Marktsegment müsste eine passende Möglichkeit gefunden und angeboten werden, wie der Dienst unter optimaler Berücksichtigung der jeweiligen Bedürfnisse und Restriktionen genutzt werden könnte.

Privatanwender

Privatanwender zeichnen sich dadurch aus, dass sie ein geringes Volumen an zu konvertierenden Dokumenten haben. Die Masse der Privatanwender erstellt Dokumente in erster Linie für eigene Zwecke und bekommt relativ selten Dokumente zugeschickt, bei denen es sich nicht um „unkritische“ Formate (HTML-Attachments, Grafiken) handelt. Schon aus diesem Grund aber auch ganz generell sind Privatleute wohl kaum gewillt, für diesen Dienst Geld auszugeben. Auf der anderen Seite sind diese Anwender regelmäßig bereit, viele Unannehmlichkeiten auf sich nehmen, wenn sie dadurch Geld sparen können.

Da aus Gründen der langfristigen Erfolgsstrategie und der Marketingseite (Image, Bekanntheit) erstebenswert wäre, dass auch Privatanwender auf diesen Dienst zurückgreifen, wäre ein angemessenes kostenloses Angebot sinnvoll. Dies könnte in bestimmten Parametern beschränkt sein: Anmeldung erforderlich, Anzahl der möglichen Konvertierungen pro Zeiteinheit beschränkt, Auswahl der unterstützten Quell und/oder Zielformate beschränkt, Art der Dokumente beschränkt (etwa im Umfang), Verschlüsselung, Dauer bis zur Verfügbarkeit des Ergebnisses.

gelegentliche Verbindungen

Für die seltene Nutzung des Dienstes, die nur durch nichtzahlende Anwender erfolgte, wären eine Reihe von Zugriffsmöglichkeiten denkbar: Den Nutzern könnten FTP-Verzeichnisse eingerichtet werden, die so funktionieren, dass er eine beliebige Datei hineinkopiert und diese dort in dem Zielformat abgelegt würde und heruntergeladen werden könnte. Der analoge Vorgang wäre auch mit einem Webserver möglich. Alternativ könnte die Datei als Attachment an den Dienst gemailt werden (jeweils eine E-Mail-Adresse für die möglichen Zielformate), der das gewünschte Ergebnis dann an den Benutzer zurückschickte. Die etwas komfortablere Variante wäre eine spezielle Software, die das alles für den Anwender erledigte, politisch korrekt und am günstigsten in den Entwicklungskosten wäre eine Java-Implementation. Der Einsatz eines speziellen Programms wäre dabei nicht nur am unkompliziertesten, sondern auch am mächtigsten: Beim Umstieg von StarOffice auf die Smartsuite könnte das Tool etwa angewiesen werden, alle auf dem Rechner vorhandenen Dokumente anzupassen.

permanente Verbindungen

Für zahlende Kunden (privat wie geschäftlich) würde für alle relevanten Umgebungen eine geeignete Software entwickelt, die neu ins System eingebrachte Dateien in zu konvertierenden Formaten automatisch erkennen, wegschicken und in der umgewandelten Form wiedereinspielen würde. Dies ist ausführlich im Paragraphen „ausführliche Darstellung/Erfolgsfaktoren/Kundengewinnung/Transparenz“ beschrieben. Für Großkunden, die aus Performance-, Verfügbarkeits- oder Sicherheitsgründen keine Internet-basierte Lösung akzeptieren wollen, kämen noch dedizierte Server in Frage, die in das Netzwerk des Kunden integriert werden müssten. Diese könnten vom Diensteanbieter übers Internet mittels digital signierter Pakete aktualisiert werden.

Wettbewerber des Dienstes

Gegenwärtig wird kein Dienst der betreffenden Art angeboten, Wettbewerber existieren also noch nicht. Natürlich könnte ein gelungener Einstieg in einen derart riesigen Markt hier Begehrlichkeiten wecken. Die Markteintrittsbarrieren liegen allerdings hoch: Das qualifizierte Personal, das auf diese Arbeit spezialisiert ist, wäre an die betreffende Firma gebunden. Kooperierende Softwarehersteller könnten verpflichtet werden, während einer bestimmten Zeit nicht mit anderen Anbietern der betreffenden Dienste zu kooperieren. Da zu erwarten ist, dass zumindest Microsoft versuchen wird, die lästige „Konkurrenz“ durch technische Tricksereien loszuwerden, wäre das bei der Erstentwicklung gewonnen Know-How immens wichtig, ein erfolgreicher Markteinstieg also noch viel weniger gesichert als beim Pionier dieses Dienstes. Große Kostenvorteile wird ein Konkurrent nicht anführen können, im Gegenteil: Er müsste ebenfalls die immensen Entwicklungskosten hereinholen. Hier wären allenfalls Ungleichheiten denkbar, die aus Kooperationen mit Firmen resultieren, die mit dem ersten Anbieter nicht kooperiert haben; dies erscheint unwahrscheinlich, zumal es auf Microsoft ankäme, die keinerlei Interesse an einer derartigen Aktion - und somit noch mehr Konkurrenz - hätten. Die laufenden Kosten eines solchen Dienstes wären relativ gering. Es müssten vor allem die Rechner am Laufen gehalten und immer neue Filter entwickelt werden. Deshalb wäre ein Preiskampf mit einem Markteinsteiger ohne weiteres erfolgversprechend möglich, sobald die Entwicklungskosten sich amortisiert hätten.

Vor allem aber werden die Kunden eine erneute Umstellung scheuen; jedenfalls dann, wenn sie mit dem Anbieter zufrieden sind. Welche Vorteile hätten sie von einem Wechsel? Geringere Kosten wohl kaum. Außerdem käme mit dem erneuten Wechsel auch wieder die Besorgnis, ob wohl alles in der erhofften Weise funktionieren werde. Die vorhandenen Vertragspartner, vor allem die OEMs, hätten auch nur ein geringes Interesse, den Anbieter zu wechseln, da der Kostenvorteil gering wäre und der erste Anbieter sich bis dahin als Marke bei den Endkunden etabliert hätte. Ein späterer Wettbewerber bekäme auch nie annähernd dieselbe Publicity.

Finanzplan

Wegen der Komplexität der Anforderungen an die Entwicklung und meinem Mangel an Erfahrung in diesem Bereich kann ich das nötige Investitionsvolumen nicht brauchbar abschätzen. Allenfalls eine Untergrenze lässt sich durch die weltweite Ausdehnung dieses Dienstes, da schon aus Kosten- und Geschwindigkeitsgründen für die Datenübertragung eine weite Verbreitung erforderlich ist, ansetzen. Diese dürfte jenseits von zehn Millionen Euro liegen. Positiv ist an dem Vorhaben, dass - anders als bei den meisten Internet-basierten Geschäftsideen - jedenfalls in der Anfangszeit nur ein geringes Werbebudget erforderlich wäre. Die Verfügbarkeit eines solchen Produkts wäre derart sensationell, dass alle Betroffenen aus der allgemeinen Berichterstattung darüber erfahren würden. Der Umfang der klassischen Werbung könnte daher, einige Zeit nach der Markteinführung, an eine gesunde Wachstumsrate des Unternehmens angepasst werden.

Die zu erwartende, unerhörte Bekanntheit der Firma führte dann - unterstützt durch das Angebot eines eingeschränkten, dafür aber kostenlosen Dienstes für Privatkunden - zu einem extrem gut besuchten Webangebot der Firma, das die in diesem Bereich üblichen Einnahmen durch Werbung u.ä. zur Folge hätte.

Gründer/Management

Es ist mir leider nicht gelungen, in meinem Bekanntenkreis Leute zu finden, die ich wirtschaftlich und technisch für ausreichend qualifiziert oder talentiert halte und denen ich das nötige Engagement mit ausreichender Sicherheit zutraue. Somit kann ich kein Team von Gründern präsentieren, lediglich ein schlüssiges Vorhaben.

Ich selber studiere an der TU Berlin Wirtschaftsingenieurwesen, momentan noch mit der Fachrichtung Elektrotechnik, will dies aber auf Informations- und Kommunikationssysteme ändern. Ich gehöre seit Ende 1997 der größten studentischen Unternehmensberatung in Berlin (CCT e.V.) an, wo ich sehr viel über Organisation und das Führen von Mitarbeitern gelernt habe. Ich war dort ein Jahr lang als Ressortleiter für den Bereich IT verantwortlich und bin von dort aus zum Vorstand für IT der größten Berliner Studenteninitiative (AG Wi-Ing e.V.) aufgestiegen, die der Dachverein u.a. des CCT ist. Inzwischen bin ich dort der Vorsitzende. Diese Arbeit erlaubt es mir, die eigenen Fähigkeiten in vor allem den Bereichen Personalführung, Organisation und Marketing laufend zu testen und zu verbessern. Ich arbeite seit etwa vier Jahren als freier Autor für mehrere Computerzeitschriften und habe auch durch über das Journalistische hinausgehende Kontakte zu etlichen Computerfirmen einiges an Erfahrungen in dieser Branche sammeln können.

Ich würde die Gründung einer entsprechenden Firma weiter vorbereiten und dort dann als Assistent des Vorstands im Bereich Marketing, an der Schnittstelle zur Entwicklung, arbeiten wollen.



Erweiterungsmöglichkeiten des Dienstes

andere Software

Ausgangspunkt für alle naheliegenden Möglichkeiten, das Dienstleistungsangebot der betreffenden Firma zu gegebener Zeit zu erweitern, setzen entweder auf den Kundenkontakten oder den bei der Entwicklung gewonnenen Erfahrungen mit Office-Software an. Die Aussicht auf die Entwicklung der folgenden Zusatzdienste wäre auch motivierend für die Mitarbeiter in der Entwicklungsabteilung, weil sie nicht befürchten müssten, dass die Firma wegen des nach der Markteinführung schlagartig zurückgehenden Entwicklungsbedarfs von etlichen Programmierern trennen würde.

mehr Software unterstützen

Eine Zielrichtung wäre sehr einfach: Die betreffende Firma könnte nach und nach versuchen, in allen lohnenden Bereichen neben den Office-Produkten ebenfalls eine derartige Kompatibilitätslösung anzubieten. Das Prinzip, Kunden durch Proprietäritätszwänge zu binden, ist ja überhaupt nicht neu. Vermutlich gibt es keinen ähnlich lukrativen Markt wie den der Office-Produkte, aber durch diesen ersten Schritt würde das Know-How aufgebaut, um einerseits auch schwierigere Aufgaben zu meistern und andererseits den Aufwand solcher Projekte zunehmend präziser einzuschätzen, um möglichst viele lohnend erscheinende Vorhaben auch dank der relativen Sicherheit zu beginnen.

Programmwechsel in Nischenmärkten

Lohnend werden kleinere Märkte dadurch, dass die Kosten der Spezialsoftware sehr viel höher sind als die von Office-Paketen, was zeigt, dass sich für die Betroffenen Investitionen in einer ganz anderen Größenordnung lohnen. Als Beispiel sei hier Software zum Layouten elektrotechnischer Anlagen genannt. Programme, die nur ein ineffizientes Arbeiten erlauben, kosten die Betriebe wegen der hohen Ingenieursgehälter sehr viel Geld, was die Bereitschaft erhöht, sich mit Alternativen auseinanderzusetzen. Praktischerweise ist in diesen Bereichen die ideologische Bindung an einzelne Software nicht so hoch wie im Massenmarkt bei MS-Office. Diesen Betrieben wird nun der Umstieg dadurch immens erschwert, dass sie eine Menge Layouts, die sie wieder benötigen, nur im Format der alten Software vorliegen haben. Allgemein ärgerlich ist für diese Anwender, dass ihre bevorzugte Software oftmals keine geeignete Importfunktion für die Teilebeschreibungen der Lieferanten aufweist, so dass diese - zeitraubend und damit teuer (und das Fehlerrisiko wird vergrößert) - per Hand eingegeben werden müssen. Eine Konvertierung dieser Datenbanken wäre deshalb ebenfalls eine interessante mediale Diversifikation.

Programmwechsel im Massenmarkt

Der Umstieg von einer Software auf eine andere ist in den meisten Bereichen reichlich mühsehlig. Die klasischen Beispiele hierfür sind Mail- und Newsclients sowie Organizer. Bei diesen Programmen hapert es - analog zu der Office-Software - in erster Linie an den Daten, aber für den unbedarften Anwender ist schon die Neukonfiguration oftmals ärgerlich genug. Ein interessanter Zusatzdienst wäre deshalb das Umschreiben eines Daten- und Konfigurationsbestandes einer Software auf ein Konkurrenzprodukt. Der Anwender installiert einfach Lotus Notes, nachdem er vorher mit dem Internet-Explorer und Outlook-Express gearbeitet hat, ruft den Dienst auf und kann sofort mit dem neuen wie vorher mit dem alten Programm arbeiten; er muss keine - ihm vermutlich unveständlichen - Konfigurationen von Mailservern und ähnlichem anpassen, auch nicht seine Bookmarks und das Standardverhalten des Programms (soweit zum Vorgänger vergleichbar).

mobile Geräte

Mobile Kleinstcomputer (PDAs, Information Appliances) führen auch eine neue Problematik ein: Terminabgleiche, Adressinformationen u.ä. müssen plötzlich mobil werden, also Daten, die weniger einer klassischen Office-Suite, als vielmehr Systemen wie domino und Exchange zugeordnet werden. In diesem Wachstumsmarkt wäre dasselbe Prinzip wie bei den klassischen Dokumenten anzusetzen, nur, dass dieser Markt besondere Beachtung verdient. Es sollte egal sein, was in der Firma auf dem Server läuft und was auf dem PDA - die Synchronisation vergleichsweise banaler Termindaten sollte einen nicht zur Verwendung einer bestimmten Software auf der einen oder anderen Seite zwingen.

Die Dienstleistung sähe hier so aus, dass die betreffende Firma eigene Server zwischen die Server und die mobilen Geräte des Kunden schaltete, die die Übersetzung beliebiger Anwendungen aufeinander übernähmen. Die Kunden wären dadurch frei in erstens der Wahl der PDAs für ihre Angestellten und zweitens einer Entscheidung zum Softwarewechsel im Büro - die mobilen Geräte bekämen davon gar nichts mit.

Virenscanner

Der Umstand, dass die Daten eine zentrale Stelle passieren müssen, prädestiniert den betreffenden Dienst für die Integration eines Virenscanners. Dies könnte als Zusatzleistung angeboten werden. Bei den Volumina bekäme man sicher gute Konditionen bei den Antivirensoftware-Herstellern. Vorteile für den Kunden wären die automatische Aktualisierung der Prüfsoftware, die geringeren Kosten, trotz derer ihre Daten von mehr als nur einer Software überprüft werden könnten.

Durch den großen Bestand an betreuten Daten und den daraus resultierenden hohen Durchsatz könnten neue Viren auch schneller erkannt werden. Hier wäre eine Zusammenarbeit mit den Antivirensoftware-Herstellern denkbar. Der mir vorschwebende Ansatz ist dabei, Daten, die (nicht offensichtlich harmlose) Makros enthalten (was die wenigsten sind), in einer virtuellen Maschine, also einem simulierten Computer (z.B. mit VMWare), auszuführen, um so zu prüfen, ob diese Makros auf andere Dateien zugreifen. So könnten verdächtige Dateien schnell ausfindig gemacht werden; insbesondere das gleichzeitige Auftreten identischer unbekannter Makros wäre ein Alarmsignal, auf das hin die Weiterverbreitung infizierter Dokumente kurzfristig gestoppt werden könnte.

Anonymität

Freundlicherweise hat Microsoft bereits vor einigen Jahren für die PC-Anwender entschieden, dass jedes auf einem Standardrechner erzeugte Dokument eindeutig zu diesem Rechner zurückverfolgbar sein sollte. Dies kam erst durch die Verhaftung eines nichtsahnenden Virenprogrammierers heraus, dem genau dies zum Verhängnis wurde.

Viele Anwender, insbesondere Privatleute, die aus irgendwelchen Gründen gar kein Interesse daran haben, eine überdeutliche digitale Spur im Internet zu hinterlassen, wären an einer Zusatzfunktion des Virenscanners interessiert (die vergleichsweise einfach zu implementieren wäre): Man könnte anbieten, die bearbeiteten Dokumente zu „anonymisieren“, das heißt, die Seriennummern herauszulöschen beziehungsweise durch eine nichtssagende Nummer zu ersetzen.

echtes Teamwork

Die Kunden bekommen die Möglichkeit, übers Internet gleichzeitig an Dokumenten zu arbeiten; d.h., jeder Beteiligte sieht die Änderungen, die der Berechtigte vornimmt. Dies würde im einfachsten Fall über Makros umgesetzt; falls dies nicht geht, würden die Anwendungen regelmäßig gespeichert, die Änderungen zur Vorversion extrahiert, platzsparend in das allgemeine Format übersetzt und so hinreichend schnell übers Internet übertragen. Bei den anderen verliefe dieser Prozess umgekehrt. Das Beste daran: Die Anwendung muss diese Möglichkeit nicht unterstützen, es funktioniert immer (mehr oder weniger komfortabel). Hier wäre aber auch an die Möglichkeit zu denken, den Viewern (siehe unten) zumindest rudimentäre Aktionen in den angezeigten Dokumenten zu ermöglichen, um dann über ein eigenes Protokoll unter Umgehung aller technischen Probleme, die daraus resultieren können, diese Funktionalität in ein Produkt hineinzuzwingen, echtes Teamwork anbieten zu können. Denkbar wäre auch eine Kombination aus Viewer und Einbindung in die einzelnen Anwendungen (etwa aus Performancegründen); der Viewer zeigt die Änderungen der anderen, eigene Änderungen müssen aber über die eigene Software vorgenommen werden.

Datensicherung

Da vor allem kleine Betriebe (als Nur-MS-Office-Nutzer) adressiert werden, die einerseits eine Internet-Standleitung haben, andererseits kaum IT-Know-How, böte sich in diesem Zusammenhang an, die Daten gleich für den Kunden im Internet zu speichern. Sofern dies unter Performance-Aspekten praktikabel ist (je nach technischer Situation), böte dies dem Kunden zwei Vorteile: Er müsste sich nicht mehr um Backups kümmern (das macht der Dienstleister viel professioneller) und liefe nicht mehr Gefahr, dass seine Daten gehackt werden. Einen Trojaner in einem Kundensystem zu installieren, der in der Lage wäre, die Daten abzurufen und weiterzuleiten, dürfte die Mehrzahl der Angreifer überfordern. Ein Angriff auf den Rechner selber, wie es vergleichsweise häufig vorkommt, wäre sinnlos, da es dort gar nichts zu entdecken gäbe. Außerdem bestehen ansonsten noch die Bedrohungen durch Rechnerdiebstahl und - kaum beachtet - durch zur Reparatur weggegebene Geräte.

Viewer

Die Kosten für den Anwender spielen bei meinem Vorhaben noch eine weitere, ganz andere Rolle: Dokumente mit "Durchschnittsanwendern" auszutauschen, die nicht von Standardsoftware erzeugt wurden, brauchen Sie im Regelfall nicht einmal zu versuchen. Oftmals wäre dies aber hilfreich, auch ohne die Möglichkeit einer Bearbeitung beim Empfänger. Nun kommt es aber nicht in Frage, auf allen möglichen Rechnern eben mal ein AutoCAD, 3DStudio o.ä. zu installieren. Viel Software kann und will man sich einfach nicht leisten.

Hier ist besonders einfach, Abhilfe zu schaffen (dies war übrigens der Ausgangspunkt des ganzen Vorhabens). Ohne großen Entwicklungsaufwand könnten Rechner im Internet bereitgestellt werden, auf denen all diese Anwendungen installiert sind. Diese lesen dann die fraglichen Dokumente ein und gestatten im einfachsten Fall die Ansicht durch die Erzeugung von Screenshots. Geradezu prädestiniert hierfür wären WWW-Dienste wie GMX, die Dateien (in diesem Fall EMail-Attachments) nur zum Download anbieten. Über einen Viewerdienst könnte der Anwender einfach auf die Datei klicken und bekäme sie mit einem geeigneten Menü (vergrößern, verkleiner, blättern) angezeigt.

Verbesserungsmöglichkeiten wären, den Kunden übers Internet die jeweilige Software auch benutzen zu lassen (rechtlich nicht unproblematisch) sowie ihm den hochqualitativen Ausdruck mit postalischer Zusendung oder die Übermittlung per Fax anzubieten.

Dieser Dienst würde von den meisten Anwendern zwar nur selten benötigt, wäre dafür aber ohne großen technischen Aufwand anzubieten und auch imagemäßig eine gute spätere Ergänzung des Basisdienstes.

Browser-Emulator-Plugins

Der „Browser-Krieg“ ist entschieden, die Folgen werden sichtbar. Webseiten, auch von großen, eigentlich professionellen Firmen, werden mit anderen Browsern als dem Internet-Explorer nicht mehr korrekt dargestellt. Teilweise für einen aberwitzig geringen Mehrwert auf Seiten der IE-Nutzer, wenn überhaupt.

Die restlichen 25% der Internetnutzer, insbesondere diejenigen, die unter anderen Betriebssystemen als Windows surfen, dürften einen Service, der diese Probleme eliminiert, dankbar annehmen. Ich denke dabei an einen Konverter, der das, was speziell für den IE codiert wird, für andere Browser so umschreibt, dass diese das Ergebnis optimal darstellen. Im Prinzip dasselbe wie die Dokumentenkonvertierung des Kernvorhabens, nur mit geringeren Anforderungen an die Qualität des Ergebnisses, weil Browserdarstellungen (als Ergebis einer Dokumenten- statt einer Seitenbeschreibung) sowieso voneinander abweichen - was kein Problem ist.



Meilensteine

Phase 1 - Voraussetzungen schaffen

Die Arbeiten dieser Phase erfordern nur eine kleine Gruppe von Entwicklern, eventuell ergänzt um Mitarbeiter, die keine Informatiker oder qualifizierte Coder sein müssen, dafür aber sehr versiert im Umgang mit Office-Programmen sind. Es geht um sehr hohe Innovationen, die nur von einem bestimmten Menschenschlag zu leisten sind. Diese Leute wären also mit Bedacht auszuwählen - und vermutlich auch schwierig zu finden. Da viele Leute einander bei diesen Arbeiten erfahrungsgemäß tendenziell im Weg stehen, wäre eine kleine Gruppe von etwa zehn Entwicklern plus eventuelle Helfer einzuplanen.

Zielformat festlegen

Der erste Arbeitsschritt bestünde darin, das allgemeine Zielformat festzugelen, über das später alle Transaktionen laufen sollen. Die Herausforderung besteht hierbei darin, wirklich alle Anforderungen abzudecken, ohne dass die geforderte Flexibilität die generierte Datenmenge gigantisch anschwellen lässt. Außerdem müssen Erweiterungen oder Änderungen, die sich im späteren Entwicklungszyklus der ganzen Filter eventuell als unumgänglich herausstellen, mit vertretbarem Aufwand implementierbar sein.

Tools entwickeln

Für die späteren, recht ähnlichen Arbeiten der Entwicklung der einzelnen Filter müssen geeignete Entwicklungswerkzeuge erstellt werden, die es auch solchen Entwicklern, die in ausreichender Zahl am Arbeitsmarkt zu bekommen sind, ermöglichen, die Arbeiten zu erledigen. Die erste Phase erfordert ein hohes Maß an Genialität, dies könnte man sich für die restliche Arbeit nicht erlauben. Diese Tools sollten dann auch dazu dienen, die (vor allem) von der ersten Gruppe gewonnenen Erfahrungen beim Reengineering möglichst verlustfrei den anderen Mitarbeitern zugänglich zu machen.

Qualitätssicherung

Es müssten Techniken entwickelt werden, die ein schnelles und adäquates Testen der erreichten Filterqualität ermöglichen. Dies wird vermutlich im wesentlichen über Makros, anschließende Ausdrucke auf virtuellen Druckern beziehungsweise Screenshots und letztlich Bildvergleichen bestehen.

Phase 2 - unterstützte Basis verbreitern

Die Arbeiten dieser Phase können weitgehend parallel, und deshalb (notfalls) auch von einer größeren Zahl an Entwicklern durchgeführt werden, allerdings erst nach Abschluss der ersten Phase. In diesem Bereich ließe sich deshalb auch die noch verbleibende Zeit bis zur Markteinführung relativ gut steuern (über die Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter). Erst in dieser Phase fielen größere Kosten an.

Filter entwickeln

Der kritische, zeitaufwendige und kostenintensive Teil wäre die Entwicklung der einzelnen Filter mittels der in Phase Eins entwickelnten Tools und Methoden inklusive aller Qualitätschecks.

Add-ons für Office-Programme entwickeln

Da im Interesse der betreffenden Firma steht, dass alle Gruppen von Anwendern möglichst geringe Hemmschwellen beim Umstieg auf eine andere Software haben, wäre zu überlegen, was bei jedem individuellen Wechsel (von Software A auf Software B) besonders negativ auffällt und hinderlich ist. Entsprechende Funktionalitätsmängel (z.B. Serienbriefe, Datenbankabfragen, Installationsroutinen) wären dann durch die Bereitstellung geeigneter Makros bzw. sonstiger Produkterweiterungen zu minimieren.

Diese Aufgabe stellt keine hohen Anforderungen an die Entwickler. Statt dessen werden aber Mitarbeiter benötigt, die sich sehr gut mit möglichst vielen der relevanten Programme auskennen, um festlegen zu können, welche Probleme angegangen werden.

rechtliche Situation klären

Die Arbeit der betreffenden Firma bestünde in erster Linie aus Reengineering, was nicht überall auf der Welt rechtlich unproblematisch ist. Das hätte sicher nicht zur Folge, dass der angestrebte Dienst nicht angeboten werden könnte, aber die rechtlichen Rahmenbedingungen in den einzelnen Zielmärkten müssten rechtzeitig ermittelt und berücksichtigt werden. Da der Dienst internetbasiert ist, wäre beispielsweise zu prüfen, ob es in betroffenen Märkten möglich wäre, den Dienst nur vom dortigen Ausland aus zugänglich zu machen.

Kontakt zu MS-Wettbewerbern

Sobald erste echte Erfolge der eigenen Entwicklungstätigkeit vorzeigbar wären, sollten Kontakte zu den MS-Wettbewerbern geknüpft werden, mit den Zielen

Diese Maßnahmen brächten nicht nur die eigene Entwicklung voran, sondern sollten bei der öffentlichen Ankündigung auch das Vertrauen des Marktes in die wenigstens prinzipielle Möglichkeit eines großen Erfolgs bestärken. Etwa nach dem Motto: „Die ganze Softwarewelt kooperiert, um Microsoft paroli bieten zu können. Dann wird das schon klappen.“

Phase 3 - erste Vertriebswege aufbauen

Für einen vernünftigen Betatest von Filtern und Infrastruktur müssen die Tester den regulären Zugriff auf das System haben, zumindest einen Teil davon. Außerdem wird man sich rechtzeitig, quasi noch im Stillen, um Vertriebspartner (Systemhäuser, OEMs, Handelsketten) kümmern müssen, bevor MS mit seinen üblichen Methoden zuschlägt und einem das Leben schwer macht. Diese Phase kann schon vor Abschluss der zweiten begonnen werden.

erster Online-Zugriff

Da die ersten Betatester sicher der Gruppe der technisch sehr Interessierten angehören, die tendenziell Linux-Nutzer sind und deshalb besonders unter dem Grundproblem zu leiden haben, müsste zu Beginn der Testphase noch kein großer Komfort bei der Nutzung des Dienstes geboten werden; diesen Leuten käme es allein auf die Funktionalität an. Das brächte den Vorteil mit sich, dass mit dem Test früher begonnen werden könnte, also schon Parallel zur Entwicklung der Zugriffsmöglichkeiten.

Marketingstrategie entwickeln

Da mit dem Beginn des Betatests die öffentliche Ankündigung des Dienstes zwangsläufig einhergeht, muss bis dahin feststehen, in welcher Weise das Produkt vermarktet werden soll. Vor allem die mannigfaltigen Bedenken der Zielgruppe müssen rechtzeitig zerstreut werden, zumal Microsoft versuchen wird, gerade diese zu schüren (man beachte die gegenwärtige Anti-Linux-Strategie).

Zugangsdienste vorbereiten

Phase 4 - Markteinführung

Fertigstellung der Zugangsmöglichkeiten



Markteinführung



Festlegung der nächsten Schritte (Marktforschung)